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Bischöfe zu Weihnachten: Zusammenhalt und Frieden

An Weihnachten haben die leitenden Geistlichen der beiden großen Kirchen zu Frieden und gesellschaftlichem Zusammenhalt aufgerufen. Der evangelische Landesbischof Christian Stäblein sprach in seiner Weihnachtspredigt am Mittwochabend in der St. Marienkirche von Weihnachten als einem Fest der Haltung. Von der Krippe könne „Achtung vor dem Leben, Respekt, Nähe und die nötige Distanz zum anderen, genau die richtige Mischung eben“, mitgenommen werden.

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, warb am ersten Weihnachtstag im Limburger Dom für soziales Miteinander. Der Sozialstaat lebe davon, „dass die Generationen füreinander einstehen und die Gesunden für die Kranken, die Starken für die Schwachen“, erklärte der Limburger Bischof.

In der Sankt Hedwigs-Kirche ermutigte der katholische Erzbischof Heiner Koch an Heiligabend zum Trostspenden. Wer einsame oder verzweifelte Menschen nicht allein lasse, „der wird zur Verkünderin und zum Verkünder des großen Trostes, den allein Gott uns schenken kann“, sagte Koch laut Redemanuskript.

Koch erinnerte er unter anderem an die Menschen in Israel, Gaza, im Sudan und in der Ukraine, die seit Jahren „in Lebensangst und Zerstörung leben“. Christian Stäblein, der zugleich Flüchtlingsbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, hatte am Mittwochmittag im Sender „Welt TV“ an Weihnachten als ethischen Auftrag erinnert, füreinander einzustehen und jedes Menschenleben als wertvoll anzuerkennen.

In Dresden feierten einen Tag vor Heiligabend rund 16.000 Menschen einen Open-Air-Gottesdienst an der Frauenkirche. In der Predigt rief Sachsens evangelischer Landesbischof, Tobias Bilz, zu Hoffnung trotz aller Unsicherheiten auf. Er appellierte zudem, sich gerade in schwierigen Zeiten einander Kraft zu geben und sich zu unterstützen.

Die Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz, Dorothee Wüst, sprach von Weihnachten als „eine Art Trotzreaktion der Hoffnung“. „Wir erleben unsere Zeit als besonders krisenhaft“, erklärte sie am ersten Weihnachtstag in der Gedächtniskirche in Speyer. Aber Weihnachten bringe mit der Menschwerdung Gottes ein Licht in die Welt.

Der mitteldeutsche Landesbischof Friedrich Kramer hob in seinem Weihnachtswort die Bedeutung der Friedensbereitschaft hervor. Angesichts der Kriege und Konflikte in der Welt erinnerte Kramer an den sogenannten Weihnachtsfrieden im Ersten Weltkrieg, als Soldaten an der Front die Waffen niederlegten, gemeinsam sangen und sich beschenkten. Kramer betonte, wie schwer es sei, Frieden zu schaffen und zu bewahren. Dennoch sei dieser möglich, sagte der Friedensbeauftragte der EKD.

Die Ratsvorsitzende der EKD, Kirsten Fehrs, sagte in ihrer Weihnachtsbotschaft, Frieden beginne im Kleinen. „Die Schwester des großen Friedens ist die Freundlichkeit im Alltag“, sagte die Hamburger Bischöfin. Jeder könne sich in seinem Umfeld freundlich seinen Mitmenschen zuwenden.