Aus Deutschland sind im vergangenen Jahr mindestens 17 Menschen in den Iran abgeschoben worden. Das teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage mit. Die Zahl umfasst demnach alle Rückführungen bis Ende November. Die Zahl der Abschiebungen in den Iran lag damit leicht höher als in den Vorjahren. 2024 gab es den Angaben zufolge 14 Abschiebungen in das Land, 2023 gab es 7.
Vor dem Hintergrund der gewaltsamen Niederschlagung regimekritischer Proteste im Iran mit wahrscheinlich mehreren tausend Toten gab es in den vergangenen Tagen vermehrt Forderungen nach einem Abschiebestopp in den Iran. Am Dienstag schloss sich die Diakonie an. Auch Zurückweisungen und Einreiseverweigerungen für schutzsuchende Iranerinnen und Iraner an deutschen Flughäfen müssten unterbleiben, forderte Sozialvorständin Elke Ronneberger.
Für Abschiebungen sind die Bundesländer zuständig. Sie entscheiden auch über einen möglichen Abschiebestopp. Angesichts der gegenwärtigen Lage im Iran haben unter anderem Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und das Saarland Abschiebungen in den Iran ausgesetzt. Auch in weiteren Bundesländern werden Abschiebungen in den Iran aber seit Längerem nicht mehr vollzogen.