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Ausstellung zeigt Porträts von Missbrauchs-Betroffenen

Die Galerie „Kunstraum hase29“ in Osnabrück zeigt von Sonnabend an die Ausstellung „Shame – European Stories“ über sexualisierte Gewalt und ihre Auswirkungen auf die Betroffenen. Im Mittelpunkt stehen Porträts des italienischen Fotojournalisten Simone Padovani, wie die Galerie mitteilte. Seine Bilder und Texte erzählten von erlebtem Missbrauch und von dem Leben danach. Karl Haucke vom Verein „Umsteuern! Robin Sisterhood“, der selbst von sexualisierter Gewalt betroffen ist, begleitet Rundgänge durch die Wanderausstellung.

Das Geschehen sexualisierter Gewalt lasse sich nicht auf einen kriminalistischen Tatbestand reduzieren, erläuterte Haucke. Es gehe auch um die Zerstörung einer Beziehung, um Brüche in der Bildungsbiografie und eine zurückbleibende Orientierungslosigkeit bei den Betroffenen. Als Sprecher der Landeskommission Nordrhein-Westfalen zur Etablierung von Standards für die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche setzt Haucke sich seit Jahren für Aufklärung, Prävention und eine Stärkung der Betroffenen-Perspektive ein.

Initiator der Porträtserie ist die Schweizer Guido Fluri Stiftung. Sie hatte Padovani beauftragt, Geschichten von sexuellem Missbrauch zu sammeln. Der Fotojournalist fuhr daraufhin im Jahr 2022 durch ganz Europa, um Betroffene zu porträtieren. Die Ausstellung ist bis zum 15. Februar zu sehen.