Ausstellung auf Schloss Gottorf zeigt „Luthers Norden“

Die Exponate sollen die Reformation lebendig machen, denn der Norden spielte eine wichtige Rolle – auch wenn Luther nie in Schleswig-Holstein war.

Martin Luther hat dank der Reformation viele Fans
Martin Luther hat dank der Reformation viele FansSteffen Schellhorn / epd

Schleswig. Mit einem Luther-Schwerpunkt feiert die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf das Jubiläum der Reformation. Vom 9. Oktober 2017 bis 28. Januar 2018 wird hier die Ausstellung "Luthers Norden" zu sehen sein, eine Kooperation mit der Nordkirche und dem Pommerschen Landesmuseum Greifswald. Exponate aus beiden Museen und zahlreiche weitere Leihgaben sollen das Weltereignis Reformation lebendig machen, kündigt Claus von Carnap-Bornheim, Leitender Direktor der Stiftung, in Schleswig an.
Obwohl Martin Luther selber nie im Norden war, spielte der Norden dank der frühen Durchsetzung der Reformation durch den dänischen König eine zentrale Rolle für das gesamte Reich, hieß es. "Zwischen König Christian dem Dritten und Martin Luther gab es enge persönliche Verbindungen", sagte von Carnap-Bornheim. Schon früh sei unter anderem dadurch ein Raum entstanden, der nun schon seit fast 500 Jahren ununterbrochen protestantisch sei. "Dies ist eine kulturhistorische Dimension, die unser Leben bis heute bestimmt", so der Stiftungsdirektor.

„Luther-Parcours“ zum Start

Im Mittelpunkt der Luther-Ausstellung werden die weit über den kirchlichen Lebensraum hinausreichenden sozialen und kulturellen Wandlungsprozesse stehen, die auf den Konfessionswechsel folgten. "Diese Ausstellung ist in ihrer Geschichte ziemlich kompliziert, da im Lutherjahr alle Museen Exponate über Luther haben wollen", sagte Carnap-Bornheim. Aus der eigenen Sammlung kommen unter anderem Werke des Malers Lucas Cranach, einem Freund Luthers und dessen Mitstreiter. Die Ausstellung wird zunächst von Mai bis September in Greifswald zu sehen sein und wandert im Oktober zum Höhepunkt des Lutherjahres am Reformationstag 2017 auf die Schlossinsel in Schleswig.
In Vorbereitung auf die Ausstellung soll es ab Mai 2017 im kulturhistorischen Rundgang einen "Luther-Parcours" geben. Ab 2. Juni stellt der Künstler René Schoemakers im Cranach-Saal eigene Werke aus. Der Kieler antworte mit seinen Bildern auf die Kunst der Reformation und fülle damit die Lücken, die entstehen, während die Cranach-Bilder in Greifswald seien, erklärte Carnap-Bornheim. 
Auch das Musikprogramm folgt dem Jahresthema. "Gottorfer Musik im Lutherjahr 2017" heißt die Konzertreihe in der Schlosskapelle.  Am Freitag, 27. Januar, um 16 Uhr gastieren Studenten der Musikhochschule Lübeck mit Bearbeitungen von Lutherchorälen in der Schlosskapelle. Ihr Thema: "Und wenn die Welt voll Teufel wär!" Mit einer weiteren großen Ausstellung "Nolde in der Südsee" (8. Mai bis 3. September) und mehreren Sonderveranstaltungen will die Stiftung für das Jahr 2017 viele Besucher in das Schloss in Schleswig anlocken. (epd)