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Auch ein deutsches Todesopfer bei Zugunglück in Spanien

Spanien steht weiterhin unter Schock: Nach dem schweren Zugunglück mit 45 Todesopfern am Wochenende kam es zu zwei weiteren Unfällen. In die Trauer mischt sich auch Kritik am maroden Schienennetz.

Bei dem schweren Zugunglück im Süden Spaniens ist vor vier Tagen auch eine deutsche Frau ums Leben gekommen. Das bestätigte laut spanischen Medien am Donnerstag ein Sprecher der Polizeieinheit Guardia Civil, die den Unfall untersucht.

Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, die Angehörigen des Opfers würden von Mitarbeitern des deutschen Konsulats in Málaga betreut. An der Unglücksstelle entdeckten die Einsatzkräfte am Donnerstag zudem zwei weitere Leichen in den Trümmern. Damit stieg die Zahl der Todesopfer auf 45 Personen.

Am Sonntagabend waren in der südspanischen Region Córdoba zwei Hochgeschwindigkeitszüge zusammengestoßen. In der nahen Ortschaft Adamuz wurden in der Pfarrkirche Dutzende Verletzte verpflegt. Auch der für die Region zuständige Bischof Jesús Fernández begab sich unmittelbar nach dem Unglück nach Adamuz, um vor allem den Hinterbliebenen von Opfern seinen Trost zu spenden.

Noch ist der Grund für den Unfall nicht geklärt, Fachleute gehen aber von defekten Schienen aus. Unterdessen kam es am Mittwoch zu einem weiteren Zugunglück mit einem Toten und mehreren Verletzten in der Nähe von Barcelona. Am Donnerstag fuhr in der spanischen Mittelmeerstadt Cartagena ein Zug in einen Kran. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Die drei Zugunfälle innerhalb von vier Tagen lassen Debatten über die Zugsicherheit und das marode Schienennetz in Spanien aufkommen. Der Nah- und Regionalzugverkehr in Katalonien wurde nach dem Unfall bei Barcelona auch am Donnerstag vorerst ausgesetzt. Die Lokführer weigerten sich, “ohne Sicherheitsgarantien” zu fahren.

Die spanische Lokführergewerkschaft kündigte nach den beiden tödlichen Zugsunglücken einen dreitägigen Streik ab dem 9. Februar an. Damit wollen die Lokführer ihrer Forderung nach mehr Sicherheit auf den Schienen Nachdruck verleihen. “Die Sicherheit der Bahnmitarbeiter und der Fahrgäste kann in diesem Zustand nicht länger gewährleistet sein”, gab auch Spaniens größter Gewerkschaftsbund CCOO in einer Mitteilung bekannt.