Bei einer Kranzniederlegung anlässlich des ersten Jahrestags des Messerattentats von Aschaffenburg mit zwei Toten hat Oberbürgermeister Jürgen Herzing (SPD) den Zusammenhalt in der Stadt gelobt. In den Tagen nach der Tat sei spürbar gewesen: „Wir lassen die Betroffenen nicht allein. Wir lassen uns als Stadtgesellschaft nicht auseinanderreißen“, sagte Herzing laut Redemanuskript am damaligen Tatort im Park Schöntal. „Dieser Zusammenhalt war nicht laut. Er war würdevoll und entschlossen.“
Herzing erinnerte daran, dass schon kurz nach der Tat versucht worden sei, das in Aschaffenburg geschehene Leid „für Spaltung, für Hass und für Hetze“ auszunutzen: „Aber unser gemeinsames Zeichen war und ist: Das lassen wir nicht zu! Wir sind erschüttert, aber wir bleiben menschlich“. Ein Jahr nach der Tat gehe es darum, der nach wie vor großen Trauer einen Ort und der Erinnerung Formen zu geben: „Die Planung eines Erinnerungsorts im Schöntal ist auf einem guten Weg“, kündigte er an. Zugleich soll es eine Erinnerungs-Website geben.
Bei dem Messerattentat am 22. Januar 2025 hatte ein damals 28-jähriger afghanischer Geflüchteter im Park Schöntal eine Kindergartengruppe attackiert und dabei einen zweijährigen marokkanischen Jungen und einen 41-jährigen Deutschen, der der Gruppe zu Hilfe kommen wollte, tödlich verletzt. Das Landgericht Aschaffenburg hatte im Oktober 2025 entschieden, dass der Mann dauerhaft in der Psychiatrie untergebracht werden muss. Ein Gutachter stufte ihn als paranoid schizophren ein.