Aus Sicht der Frauen Union Südbaden haben viele Zuschauer die ARD-Christmette an Heiligabend als „zutiefst verstörend“ empfunden. Zahlreiche Menschen seien auf eine solche Darstellung nicht vorbereitet gewesen, teilte die Frauen Union Südbaden am Dienstag in Freiburg mit. Insbesondere an Heiligabend, an dem Familien, Ältere und Gläubige bewusst eine traditionelle Christmette verfolgen, seien damit religiöse Gefühle verletzt worden. Bei der Feier wurde ein lebender Mensch, vollständig in Reispapier eingehüllt und nur durch einen Strohhalm atmend, als Jesuskind in die Krippe gelegt.
Eine derartige Inszenierung entstehe nicht zufällig, sagte die Bezirksvorsitzende Helga Gund. „Sie war offensichtlich bewusst provokativ angelegt und hat viele vor den Kopf gestoßen, ohne ihnen die Möglichkeit zu geben, sich darauf einzustellen oder ihr auszuweichen.“ Würde eine Person in vergleichbarer Aufmachung den öffentlichen Raum nutzen, könne dies als Erregung öffentlichen Ärgernisses gewertet werden. „Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird eine solche Darstellung offenbar unter dem Schutz der Kunstfreiheit gesendet.“
Kunstfreiheit sei ein hohes Gut, so Gund weiter. „Sie entbindet jedoch nicht von Verantwortung – insbesondere nicht gegenüber einem Millionenpublikum an einem der bedeutendsten religiösen Feiertage.“ Wenn eine Minderheit solche Darstellungen als Kunst verstehe, sollen sie laut Gund in einem Rahmen gezeigt werden, in dem sich die Zuschauer bewusst dafür entscheiden können. Die Frauen Union Südbaden erwartet „zumindest eine öffentliche Entschuldigung der Verantwortlichen“. (3382/30.12.2025)