Archäologen legen Klosterkirche Kaltenborn frei

Unter dem Schutt des ehemaligen Klosters Kaltenborn haben Archäologen einiges entdeckt: von hohen Klostermauern bis hin zu Fundstücken, die den damaligen Luxus belegen.

Bei ihren Ausgrabungen müssen Forschende vorsichtig zu Werke gehen (Symbolbild)
Bei ihren Ausgrabungen müssen Forschende vorsichtig zu Werke gehen (Symbolbild)Imago / Photoshot/Construction Photography

Bei Ausgrabungen haben Archäologen große Teile des ehemaligen Klosters Kaltenborn bei Allstedt (Sachsen-Anhalt) freigelegt. Unter gewaltigen Schuttmassen hätten sich die Mauern der Klosterkirche teilweise bis in zwei Meter Höhe erhalten, teilte das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt in Halle (Saale) mit.

Vom 12. bis zum 16. Jahrhundert war das Kloster der Augustinerchorherren den Angaben zufolge ein religiöses, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum des südöstlichen Harzvorlands. Die dreischiffige Basilika war demnach in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts in romanischen Formen errichtet und später gotisch ausgebaut worden. Heute sei die Abtei gänzlich aus der Kulturlandschaft verschwunden. Sie wurde im Bauernkrieg 1525 zerstört.

Kloster Kaltenborn: Münzen und Schmuck gefunden

Reiche Kleinfunde wie Münzen, Buchbeschläge, Gürtelschnallen, Schmuckstücke, Siegelringe oder Schreibgriffel deuten laut Projektleiter Felix Biermann auf die Blütezeit des Klosters hin. Andere Fundstücke wie Fragmente von Ofenkacheln des 15. und frühen 16. Jahrhunderts, darunter bunt glasierte mit figürlichen und floralen Dekoren, belegten Lebenskomfort und sogar Luxus.

Damit kündeten diese Zeugnisse auch vom Untergang des Klosters, hieß es weiter. So hätten der Wohlstand des Konvents und das energische Erheben von Abgaben schon Mitte des 15. Jahrhunderts zu Unmut in der Bevölkerung geführt. Im April 1525 plünderten und verwüsteten Aufständische aus den nahe gelegenen Dörfern Riestedt und Emseloh die Anlage. Viele Angehörige des Konvents flohen. Das Stift wurde 1538 aufgelöst.