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Angriffe auf Gesundheitswesen: Ärzte ohne Grenzen fordert Aufklärung

Im vergangenen Jahr haben die Angriffe auf medizinisches Personal in bewaffneten Konflikten laut „Ärzte ohne Grenzen“ ein Rekordniveau erreicht. Demnach gab es weltweit 1.348 Angriffe, bei denen 1.981 Menschen starben, wie Ärzte ohne Grenzen am Mittwoch in Berlin mitteilte. Dies seien doppelt so viele Todesopfer wie im vorherigen Jahr. Mehr als 80 Prozent von ihnen wurden laut dem Bericht „Medical care in the crosshair“ im Sudan getötet.

Das humanitäre Völkerrecht gewährt medizinischen und anderen humanitären Einrichtungen einen besonderen Schutz. Die Wirkung des Rechts werde allerdings zunehmend durch Fehlinterpretationen oder Missbrauch geschwächt. Solche Fälle müssten aufgeklärt werden. „Hier braucht es von der deutschen Bundesregierung einen konsistenten politischen Einsatz“, forderte die Leiterin der politischen Abteilung von Ärzte ohne Grenzen Deutschland, Sarah Meschenmoser.

Staaten würden in bewaffneten Konflikten diesen Schutz vermehrt missachten. „Zentrale Verpflichtungen von Konfliktparteien, wie die Pflicht, vor einem Angriff rechtzeitig zu warnen, werden häufig übergangen“, sagte Erik Laan, Advocacy-Experte bei Ärzte ohne Grenzen in den Niederlanden. Auch der bedingungslose Schutz verschiebe sich: Zivilisten und medizinisches Personal müssten nachweisen, dass sie keine militärischen Ziele seien.