Aktivisten kündigen Blockade des AKW Emsland an

Gerade erst ist der Reaktor heruntergefahren worden. Für die Initiative „Runterfahren“ eine gute Gelegenheit, gar nicht erst wieder hochzufahren. Am Wochenende wollen sie blockieren.

Das Atomkraftwerk Emsland bei Lingen in Niedersachsen soll noch bis Mitte April laufen
Das Atomkraftwerk Emsland bei Lingen in Niedersachsen soll noch bis Mitte April laufenimago images/Rupert Oberhäuser

Umweltschützer wollen an diesem Sonntag aus Protest gegen eine mögliche weitere Laufzeitverlängerung das Atomkraftwerk Emsland bei Lingen blockieren. Der Reaktor sei gerade erst heruntergefahren worden, damit Brennelemente umgesteckt werden könnten, sagte Clara Tempel von der Initiative „Runterfahren“. Dies sei ein guter Anlass, „ihn gar nicht wieder hochzufahren“. Zuletzt hatten AKW-Gegner am vergangenen Samstag im niedersächsischen Lingen gegen Atomkraft demonstriert.

Die drei in Deutschland noch betriebenen Atomkraftwerke Emsland, Neckarwestheim-2 in Baden-Württemberg sowie Isar-2 in Bayern hätten eigentlich zum Jahreswechsel abgeschaltet werden sollen. Mit Blick auf eventuelle Engpässe bei der Energieversorgung hat die Bundesregierung jedoch beschlossen, dass die Meiler bis Mitte April am Netz bleiben sollen. Aus der FDP, aus CDU/CSU und Teilen der Wirtschaft gibt es Bestrebungen, die Laufzeiten der drei Kraftwerke weiter zu verlängern.

„Sicherheitstechnischer Blindflug“

Tempel sagte, die drei AKW seien in den 1980er Jahren gebaut worden. „Es sind Alt-Reaktoren, die den aktuell geforderten Sicherheitsstandards nicht entsprechen.“ Die jeweils letzten größeren periodischen Sicherheitsprüfungen hätten 2009 stattgefunden. Der eigentlich vorgeschriebene zehnjährige Turnus sei wegen des ursprünglichen Abschalttermins zum 31. Dezember ausgesetzt worden. „Seither befinden sich die AKWs im sicherheitstechnischen Blindflug“, sagte Tempel. „Wir sind nicht bereit, dieses Risiko länger zu tragen und stellen uns entschieden quer.“