Ärztepräsident: Rechtlich geregelter Corona-Schutz steht infrage

Die Pandemie geht sehr wahrscheinlich in eine Endemie über, sagt Ärztepräsident Klaus Reinhardt. Welche Konsequenzen das seiner Meinung nach haben sollte.

Noch müssen in den Bahnen meistens Masken getragen werden
Noch müssen in den Bahnen meistens Masken getragen werdenImago / Emmanuele Contini

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hält einen Abbau der rechtlich verbindlichen Corona-Schutzmaßnahmen für vertretbar. Mit großer Wahrscheinlichkeit könne gesagt werden, dass die Pandemie derzeit in eine Endemie übergehe, also nur noch kleinere Infektionswellen auftreten, sagte Reinhardt im Deutschlandfunk.

Er sieht darin einen Anlass, beim Schutz vor Infektionen stärker auf Freiwilligkeit zu setzen. Wer einen Infekt habe, solle mit Umsicht und Nachsicht darüber nachdenken, ob er sich in Menschenansammlungen begibt. Wer krank ist, der solle zu Hause bleiben, sagte der Ärztepräsident. Das habe schon immer gegolten.

Justizminister will Maßnahmen beenden

Der Virologe Christian Drosten hatte dem Berliner Tagesspiegel gesagt: „Wir erleben in diesem Winter die erste endemische Welle mit Sars-Cov-2, nach meiner Einschätzung ist damit die Pandemie vorbei.“ Die Immunität in der Bevölkerung werde nach diesem Winter so breit und belastbar sein, dass das Virus im Sommer kaum noch durchkommen könne.

Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) erklärte daraufhin bei Twitter, Drosten habe in der Pandemie zu den vorsichtigsten Wissenschaftlern gehört. Nun laute sein Befund, dass die Pandemie vorbei sei. Als politische Konsequenz sollten die letzten Corona-Schutzmaßnahmen beendet werden, schrieb Buschmann.