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30 Jahre nach Brandanschlag in Lübeck: Initiative sucht Zeugen

Knapp 30 Jahre nach dem Brandanschlag auf ein Lübecker Asylbewerberheim ruft die Initiative Hafenstraße 96 Zeugen dazu auf, sich zu melden. Ziel der Kampagne #zeitzureden sei es, zur Aufklärung des Anschlags beizutragen, wie die Initiative am Dienstag mitteilte. Hinweise, Erinnerungen oder Beobachtungen können per E-Mail an zeitzureden@hafenstrasse96.org gesendet werden. In der Nacht zum 18. Januar 1996 waren durch einen Brand zehn Bewohner des Hauses in der Hafenstraße 52 ums Leben gekommen, 38 wurden zum Teil schwer verletzt.

Mit der Kampagne sollen Menschen erreicht werden, die über Wissen zum Brandanschlag oder zu den Tätern verfügen, das bei den damaligen Ermittlungen nicht berücksichtigt wurde, hieß es. Nach wie vor steht nicht fest, wie und wo das Feuer ausbrach und wer es gelegt hat. Verdächtigt werden bis heute vier junge Männer aus der rechtsextremen Szene, die in der Nähe des Tatorts gesehen wurden und Brandspuren aufwiesen. Das Verfahren gegen sie wurde jedoch eingestellt.

#Gedenkstein erinnert an Brandkatastrophe

„Das darf nicht das Ende der Geschichte sein“, hieß es in der Mitteilung. Die Täter trügen Verantwortung für den Tod von zehn Menschen, für das anhaltende Leid der Überlebenden und der Angehörigen.

Bei dem Brandanschlag wurden drei Erwachsene und sieben Kinder und Jugendliche getötet. Sie stammten aus Zaire, Angola, Togo und dem Libanon. Die jüngsten Bewohner des Hauses waren in Deutschland geboren. Das frühere Asylbewerberheim wurde im Dezember 1997 abgerissen. In der Nähe der ehemaligen Brandruine steht ein Gedenkstein.