Aufenthaltserlaubnis

Zwei Lampedusa-Flüchtlinge dürfen bleiben

Vor drei Jahren machten sie Schlagzeilen: die Lampedusa-Flüchtlinge. Jetzt haben die ersten beiden eine Aufenthaltserlaubnis.

Viele Monate gewährte die St. Pauli-Kirche den Flüchtlingen Unterschlupf

Hamburg.Die ersten zwei Flüchtlinge aus der so genannten Lampedusa-Gruppe haben in Hamburg eine Aufenthaltserlaubnis erhalten. Die Härtefallkommission habe über die Fälle von zwei jungen Männern aus Ghana positiv entschieden, sagte Anne Harms von der kirchlichen Beratungsstelle "fluchtpunkt" dem epd auf Anfrage. Es sei ein gelungenes Beispiel guter Integration, fügte die Leiterin der Einrichtung hinzu. "Die beiden sprechen inzwischen fließend deutsch und arbeiten in Vollzeit."
Anfang 2013 war eine Gruppe von etwa 300 afrikanischen Flüchtlingen bundesweit in die Schlagzeilen geraten. Sie waren aus Libyen nach Italien geflohen und in Hamburg gestrandet. Die St. Pauli-Kirche gewährte bis zu 80 von ihnen ein Jahr lang Unterschlupf, erst in der Kirche, später in Wohncontainern. Laut Dublin-III-Abkommen hätten die Männer für ein Asylverfahren nach Italien zurückkehren müssen. Ende 2013 hatte der Hamburger Senat den Flüchtlingen angeboten, jeden Fall einzeln zu prüfen, und gewährte ihnen für die Dauer des Verfahrens eine Duldung.
Die beiden Männer, deren Status nun vorerst gesichert ist, arbeiten in einem Krankenhaus und im Theater sowie bei einem Airbus-Zulieferer. "Diese Fälle zeigen, wie schnell eine gute Integration möglich ist, wenn die Bedingungen stimmen", sagte Harms. Kirchen und Gesellschaft hätten die Gruppe von Flüchtlingen von Anfang an stark unterstützt und ihnen geholfen, "in Hamburg Fuß zu fassen". (epd)

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