Einsichten – die christliche Kolumne

Wörtlich genommen

Über die Versprechen Jesu schreibt Petra Bockentin. Sie ist Pastorin in den Kirchengemeinden Bad Sülze, Kölzow und Marlow im Kirchenkreis Mecklenburg.

Der Predigttext das folgenden Sonntags lautet: „Sprich nur ein Wort und mein Knecht wird gesund.“ aus Matthäus 8, 5-13

Offen gesagt, es ist gar nicht so einfach, immer die richtigen Worte zu finden. Hinter dem, was wir sagen, steckt oft so viel mehr als nur das reine Wort. Wie kommt das beim Hörer an? Wie habe ich es gemeint? Ganz zu schweigen davon, wenn wir der Meinungsvielfalt das Wort abschneiden. Wir erleben es gerade, dass Berichterstattungen von verschiedenen Seiten mit Bewertungen, Kränkungen gespickt werden und keiner den anderen zu Wort kommen lassen möchte. Worte können wie ein Pfeil die Seele verletzen und schwer zu schlucken sein.

Worte können aber auch wärmen, sich wie ein Mantel um das Gegenüber legen, Licht anmachen und Hoffnungsstrahlen senden. Achtsamkeit im Gespräch tut gut.

Wahrscheinlich haben wir alle schon mal auf der einen oder aber auch auf der anderen Seite gestanden. Wer von uns hat nicht schon mal unbedacht gesprochen oder es sind ihm oder ihr selbst Sachen um die Ohren geflogen, die kaum zu vergessen sind. Deshalb haben Worte Macht.

Wer ist für mich da?

Wem kann ich also vertrauen, wer kann mir etwas sagen oder mir helfen, wer ist für mich da? Diese Frage stellte sich in seiner Sorge um seinen Knecht auch der Hauptmann aus Kapernaum.

Und da er schon viel über Jesus gehört hatte, macht sich der Mann, der sich nicht zum Gottesvolk zählt, auf zu ihm. Als Jesus seinen Kummer hört, bietet er ihm an, mit ihm in sein Haus zu kommen und ihn zu heilen. Doch das möchte der Hauptmann Jesus nicht zumuten, weil er weiß, dass es religiösen Regeln widerspricht. Es reicht ihm aus: „Sprich nur ein Wort und mein Knecht wird gesund.“ Alle, die dabeistanden, waren staunend berührt. Was für ein Vertrauen, ein Wort ist genug, um die Lage zu verändern. Ein inneres und äußeres Wunder ist für alle geschehen. Und als Jesus, selbst beeindruckt von diesem Mann, ihn mit den Worten nach Hause schickt: „Es geschehe dir, wie du glaubst“, ist keiner skeptisch, ob dieses Versprechen nur ein Versprecher war. Jesu Worte dürfen wir wörtlich nehmen.

Unsere Autorin
Petra Bockentin ist Pastorin in den Kirchengemeinden Bad Sülze, Kölzow und Marlow im Kirchenkreis Mecklenburg.

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