Sülten

Wie Biker einer Kirchenorgel halfen

Wegen einer Restaurierung blieb die Lütkemüller-Orgel in Sülten still, fast zwei Jahre lang. Jetzt erklingt sie wieder – auch dank der Hilfe einer Oldtimerclubs.

Zum Gottesdienst stellten die Biker des Jürgenstorfer Oldtimerclubs ihre Maschinen vor der Kirche ab

von Anja Goritzka

Sülten. „Es ist ein guter Weg, dass Menschen aus der Gemeinde zusammen mit Kirchen ferneren Vereinen wie dem Jürgenstorfer Oldtimerclub Spenden sammeln“, ist der Ivenacker Pastor Eckhard Gebser überzeugt. Er meint damit die Spendensammlung des Oldtimerclubs für die Orgel in der Dorfkirche von Sülten.

Diese Lütkemüller-Orgel mit dem Baujahr 1873 war stark vom Holzwurm befallen und musste restauriert werden. Rund 18.000 Euro liefen auf. 6.000 Euro konnte ein Orgelfonds bereit stellen, weitere 6.000 Euro kamen vom Landesamt für Denkmalschutz. Das letzte Drittel musste die Gemeinde selbst aufbringen.

Plattdeutscher Biker-Gottesdienst

Hierfür wurden Konzerte organisiert, unter anderem waren der Rosenower Chor und Martin Huss mit seinen Jungbläsern zu Gast. Aber auch andere Formate fanden Platz wie ein plattdeutscher Biker-Gottesdienst erstmals 2017 und nochmals 2018. Dieser wurde vom Jürgenstorfer Oldtimerclub e.V. 2017 als Auftaktveranstaltung der Spendenaktionen für die Orgel-Restaurierung organisiert. „Die Einnahmen in Höhe von 1.600 Euro flossen alle in die Sanierung,“ weiß Birgit Rutz vom Kirchengemeinderat Kittendorf.

Zum Gottesdienst mit feierlicher Orgelweihe kamen die Motorradfahrer deshalb gern wieder. So führte ihr jährlicher Frühjahrsausflug diesmal von Stavenhagen nach Ankershagen und schließlich nach Sülten. Hier wartete schon Kantor Wolfgang Rosenmüller mit einem Konzert für sie, die Gemeindemitglieder und weitere Gäste auf der nun neu erklingenden Lütkemüller-Orgel. Birgit Rutz freut sich: „Schon bei der Auftaktveranstaltung 2017 waren alle tief beeindruckt von der Kirche und der Akustik der Orgel.“

Pfarrstelle vakant

Gern würde die Gemeinde noch viel mehr musikalische Veranstaltungen organisieren. „Aber die ehrenamtliche Kraft und die unserer sieben Kirchenältesten muss derzeit für fünf Kirchen ohne einen Pastor reichen“, schränkt sie ein. Die Pfarrstelle in Kittendorf ist vakant und zur Neubesetzung ausgeschrieben. Pastor Eckhard Gebser betreut sie von Ivenack aus mit.

„Wünschenswert wäre es, wenn die Orgel jetzt auch mehr gespielt würde,“ so Birgit Rutz. Dazu gebe es im Nachbardorf sogar günstige Übernachtungsmöglichkeiten, berichtet sie weiter. Das ehemalige Gutshaus wurde von der Gemeinde Briggow-Sülten ausgebaut. Ferienwohnungen und einzelne Zimmer stehen so zur Verfügung. „Ideal für ein Orgel-Workshop-Wochenende zum Beispiel“, meint die Sültenerin, die sich auch Kooperationen zwischen Mecklenburg und Pommern vorstellen könnte: „Die Greifswalder Kirchenmusiker könnten unsere jetzt restaurierte Orgel ja mal nutzen.“

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