Kieler Pastor Lars Reimann geht nach New York

Von Kiel-Wik zum Big Apple

Der Container für den Umzug ist schon bestellt, am 1. August wird es ernst: Dann tritt der Kieler Lars Reimann seine neue Stelle an – als Pastor der deutschen Gemeinde in New York City.

Pastor Lars Reimann wechselt von der Petruskirche in Kiel-Wik nach New York.

von Timo Teggatz

Kiel. Gereist ist er schon immer gern. Als Student hat Lars Reimann ein Auslandssemester in Australien verbracht, vor fünf Jahren hat der Pastor der Kieler Apostelkirchengemeinde dann während eines Sabbaticals Tansania, Florida und Neuseeland erkundet. Bald tritt der 55-jährige eine ganz besondere Reise an – als neuer Pastor der deutschen Gemeinde von New York City.

Seine Leidenschaft teilt Reimann mit seiner Frau Imke, die mit ihn in die USA geht. „Es war schon langer unser Traum, an einem interessanten Ort im Ausland zu leben“, gibt der Theologe zu. Wenn dann noch ein Ozean zur Heimat nach Deutschland dazwischen liege, sei das umso besser. Es reize ihn sehr, verschiedene Kulturen und Lebensstile kennenzulernen, was an keinem anderen Ort besser funktioniert als in New York, da ist sich der Pastor sicher.

Momentan ist das Ehepaar Reimann mit dem Umzug beschäftigt. Sie nutzen die Gelegenheit, um etwas „auszumisten“ und nur die wichtigsten Sachen in den Container zu laden, der per Schiff die Reise über den großen Teich antritt. Wenn die Kieler ihre Visa bekommen haben, geht es für sie ebenfalls in die USA, und am 1. August beginnt Lars Reimann seine neue Stelle in Manhattan. Ehefrau Imke hat ihre Arbeit als Buchhalterin aufgegeben und wird in den Staaten nicht arbeiten, weil ihr Visum es nicht erlaubt.

New York ist für die Reimanns aber nicht ganz neu

Schon im Februar haben sie die Gemeinde besucht, Lars Reimann hat sich in einem Gottesdienst vorgestellt. Auch ihr künftiges Pastorat konnten sie schon besichtigen: In White Plains, einer kleinen Stadt nördlich von New York, hat die deutsche Gemeinde ein kleines Haus gekauft. Bis zu seiner Kirche St. Pauls in Manhattan braucht der Theologe dann etwa eine Stunde. Sie liegt unweit des Hudson Rivers in Chelsea, einem Viertel mit vielen Galerien. „Und in der Mittagspause sind der Central Park und die Freiheitsstatue nur ein paar U-Bahn-Stationen entfernt“, sagt Reimann.

Die deutsche Gemeinde in New York sei „ganz wunderbar“, schwärmt der Pastor. Zur Kerngemeinde zählen allerdings nur etwa 80 Leute. Reimann soll dafür sorgen, dass sich das ändert. Aber funktioniert Gemeindeaufbau in New York genauso wie in Kiel-Wik? „Das ist etwas völlig Anderes“, sagt der Pastor. In Kiel würden die Gemeindeglieder praktisch um den Kirchturm herum leben, in Manhattan brauchen manche gern mal eine Stunde, bis sie sonntags beim Gottesdienst sind. Und während an der Förde die Menschen oft ihr ganzes Leben in der Gemeinde verbringen, besteht St. Pauls zum großen Teil aus Deutschen, die vom Arbeitgeber für einige Jahre nach New York geschickt worden seien. Wie genau Reimann der New Yorker Gemeinde neues Leben einhauchen will, kann er deshalb noch gar nicht beantworten.

Bei aller Vorfreude: Es sei auch etwas Magengrummeln dabei

Schließlich verlassen der gebürtige Kieler und seine Frau ihre Heimat, die Kinder Tim-Ole (26) und Jette (23), beide in Lohn und Brot, bleiben zurück. Auch der Abschied von seiner Gemeinde falle ihm nach 13 Jahren schwer. „Ein wirklich toller Ort der Gnade“, schwärmt Reimann, der sagt, dass er auch die Zusammenarbeit mit seinem Pastorenkollegen Lutz Damerow vermissen werde.

Doch bevor der Flieger Richtung USA abhebt, kommen Gemeinde und Pastor noch einmal in der Petruskirche zusammen, wo die Apostelgemeinde zuhause ist. Am Sonntag, 15. Mai, um 16 Uhr feiert Lutz Reimann seinen Abschiedsgottesdienst – ein paar Wochen später predigt er dann zwischen World Trade Center und Times Square.

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