Viele Wege

Ratlosigkeit macht sich breit. Angesichts aktueller antisemitischer Vorfälle stellen sich einmal mehr die Fragen: Wie kann man dieser Geisteshaltung, die sich oft auch in tätlicher Gewalt ausdrückt, begegnen? Welche Gedenkkultur pflegen wir? Klar ist: Patentrezepte gibt es nicht. Wenig erfolgversprechend scheint auch die Idee der Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli, Pflichtbesuche in KZ-Gedenkstätten zu veranstalten. Vor allem Jugendliche dürften sich solcher Zwangspädagogik versperren.

Dagegen zeigt die Wirkung von Spielfilmen wie „Schindlers Liste“, von Romanen oder Anne Franks Tagebuch ebenso wie Begegnungen zwischen Nachgeborenen und Holocaust-Überlebenden, wie sich Menschen auch bei diesem bedrückenden Thema ansprechen lassen: über das Gefühl, über die Identifikation mit einzelnen Schicksalen.

Auch das ist kein Patentrezept. Aber einer von vielen möglichen Wegen, dem Antisemitismus vorzubeugen. Besuche von KZ-Gedenkstätten und die Vermittlung historischen Wissens gehören selbstverständlich weiterhin dazu.