Treffen des Stiftungsrats

Streit um Auflösung der Bernostiftung geht in nächste Runde

Das katholische Erzbistum Hamburg will die Bernostiftung auflösen und ihre Schulen als Träger übernehmen. Doch die Stiftung wehrt sich.

Schwerin. Die Bernostiftung sieht nach eigenen Angaben weiterhin keinen Grund, sich als Schulträger zurückzuziehen. Der Stiftungsrat habe es abgelehnt, die Stiftung aufzuheben und die Trägerschaft für die Schulen in Rostock, Schwerin und Lübeck an das katholische Erzbistum Hamburg zu übergeben, teilt die Bernostiftung mit. Laut Beschluss des Stiftungsrates könne er „weder einen fachlichen Grund noch eine rechtliche Möglichkeit dazu erkennen“, hieß es. Die Bernostiftung sei ein Schulträger, dessen Arbeit anerkannt und wirtschaftlich sei. Diese Arbeit wolle man in Kooperation und mit Unterstützung des Erzbistums Hamburg fortsetzen, aber nicht beenden.

Mit dem Ziel, die Kooperation zwischen der Bernostiftung und dem Erzbistum zu verstärken, sei 2018 ein neuer Stiftungsrat von Erzbischof Stefan Heße ernannt und noch Anfang diesen Jahres ein neuer Stiftungsdirektor gesucht worden, sagte der Vorsitzende des Stiftungsrates, Hasko Schubert. Die Zusammenarbeit mit Hamburg sei seit 2018 weiterentwickelt worden. „Auch die Finanzlage wurde verbessert, und die Schulen können sich sehen lassen“, sagte Schubert. „Wir möchten, dass die frühere Zusage zur Bestandsfähigkeit der Bernostiftung nicht erneut in Frage gestellt wird. Wir benötigen verlässliche Strukturen für die Aufgaben des Schulträgers und der kirchlichen Schulaufsicht, damit diesbezüglich Beruhigung und Vertrauen in den Schulen einkehrt.“

„Als Schulträger bewährt“

Der Zuweisungsbedarf aus Kirchensteuermitteln sei für die katholischen Schulen in Mecklenburg vergleichsweise gering, sagte Schubert weiter. „Etwa sieben Prozent unserer Einnahmen werden derzeit so finanziert.“ Es gebe für den Stiftungsrat bisher keine Belege dafür, dass eine vollständige Schulträgerübertragung auf das Erzbistum tatsächlich wirtschaftlicher ist. Die Bernostiftung habe sich als Schulträger bewährt und müsse nicht durch eine Zentralisierung in Hamburg ersetzt werden.

Das Erzbistum hatte Anfang Juni mitgeteilt, die katholischen Schulen in Schwerin und Rostock auch gegen den Willen der Stiftung in die eigene Trägerschaft übernehmen zu wollen. Die Stiftung selbst solle aufgelöst werden. Grund ist nach Angaben des Erzbistums ein strukturelles Defizit im Haushalt: Die vor 15 Jahren gegründete Stiftung brauche derzeit jährlich zwei Millionen Euro aus Mitteln des Erzbistums, um ihren Betrieb fortzuführen. Vor dem Hintergrund der finanziellen Sanierung und abnehmender Kirchensteuereinnahmen werde man keinen Millionenzuschuss mehr an die Stiftung leisten können. Das Erzbistum könne den Schulbetrieb effizienter organisieren. (epd)

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