KIDS muss bleiben

Straßenkinderprojekt steht vor dem Aus

Der Mietvertrag für die Räume im Biberhaus am Hauptbahnhof wurde zum 1. Oktober gekündigt. Eine Alternative für KIDS gibt es bisher nicht.

Für die Räume am Hauptbahnhof für das Straßenkinderprojekt KIDS gibt es keinen neuen Mietvertrag

Hamburg. Das Hamburger Straßenkinderprojekt KIDS steht nach eigenen Angaben vor dem Aus. Der Vermieter, die Alstria Office Reit-AG, habe den Mietvertrag für die KIDS-Räume im Bieberhaus am Hauptbahnhof zum 1. Oktober gekündigt, teilte der Trägerverein "basis & woge" am Freitag (5. August) mit. Eine Alternative sei für KIDS nicht in Sicht. Die Räume sollen modernisiert und künftig als Büros genutzt werden.

Appell an den Vermieter

"Wenn wir unsere Einrichtung am Bahnhof schließen müssen, haben die Straßenkinder keine Anlaufstelle mehr", sagte KIDS-Leiter Burkhard Czarnitzki. Die Einrichtung in einen anderen Stadtteil zu verlegen, sei keine Alternative, betonte der Sozialarbeiter. "Wir müssen die Straßenkinder mit unseren Angeboten direkt in ihrer Lebenswelt erreichen – und das ist nun einmal der Hauptbahnhof." Czarnitzki hat an die Alstria AG appelliert, die Kündigung zurückzunehmen oder die Einrichtung nach der Renovierung durch einen neuen Mietvertrag zu retten.

Offene Türen bisher an sechs Tagen pro Woche

Das KIDS befindet sich seit 1993 in dem ursprünglich städtischen Bieberhaus am Heidi-Kabel-Platz. Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche, die zeitweilig obdachlos am Hauptbahnhof leben. Die Einrichtung bietet an sechs Tagen pro Woche Beratung, Essen, Duschmöglichkeiten und einen geschützten Aufenthaltsort. Im vergangenen Jahr wurden rund 10.000 Kontakte zu Betroffenen registriert. Das Projekt wird von der Sozialbehörde finanziert. (epd)

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