Gedenken

Stolpersteine im ehemaligen Hamburger Chinesenviertel verlegt

Die Steine sollen daran erinnern, dass die Nationalsozialsten Chinesen verfolgten. Einer der Steine ist der 6000. in Hamburg.

Stolpersteine erinnern an Verfolgte

Hamburg. Im ehemaligen Hamburger Chinesenviertel auf St. Pauli sind 13 Stolpersteine verlegt worden, die an die NS-Verfolgung von Hamburger Chinesen erinnern. Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte sie an der Kreuzung Talstraße/Schmuckstraße. Der Stolperstein für Ching Ying, der am 13. November 1944 im Arbeitslager Wilhelmsburg starb, ist der 6.000. in Hamburg. Die Stolpersteine machten Geschichte sichtbar und ermöglichten eine Begegnung mit der Vergangenheit an ganz unterschiedlichen Orten in Hamburg, sagte Kultursenator Carsten Brosda (SPD) bei der Feierstunde, an der auch der chinesische Generalkonsul Du Xiaohui teilnahm.

Das Chinesenviertel hatte sich Ende des 19. Jahrhunderts auf St. Pauli vor allem durch Handelskontakte über die Seeschifffahrt entwickelt. Nach anfänglichen ersten Repressionen durch die Nationalsozialsten verstärkte sich von 1938 an die rassistische Verfolgung vor allem durch zahlreiche Razzien. Am 13. Mai 1944 organisierte die Gestapo eine größere Razzia mit Massenverhaftungen, bei der 130 chinesische Männer und einige deutsche Frauen, die mit ihnen befreundet waren, verhaftet wurden. Vorgeworfen wurde ihnen „Feindbegünstigung“. Zahlreiche Chinesen starben anschließend bei den Misshandlungen durch die Gestapo. Mindestens weitere 13 starben während der Zwangsarbeit im Hamburger Arbeitserziehungslager Wilhelmsburg.

Hamburger Vielfalt

Eine Gedenktafel und ein bereits früher verlegter Stolperstein erinnern an die Ermordung der Chinesen in Hamburg. Stolpersteine, so Brosda, würden die Möglichkeit bieten, Leerstellen der Erinnerung aufzuarbeiten. Gelingen werde dies aber nur, wenn die Vielfalt in Hamburg als Bereicherung anerkannt werde. (epd)

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