Kirchenparlament

So läuft die Synode der hannoverschen Landeskirche

Die Landeskirche muss sparen, die Sanierung in Loccum wird teurer und der Landesbischof legt seinen Bericht vor – was auf der Synode der Kirche Hannovers wichtig ist. Ein Überblick.

Zum ersten Mal tagt die Synode digital

Noch bis zum morgigen Freitag tagt die Synode der Kirche Hannovers – wegen der Corona-Pandemie zum ersten Mal digital. Wichtige Themen hat das Kirchenparlament bereits behandelt.

• Bischofs-Bericht: Die Coronakrise befördert nach Ansicht des hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister den gesellschaftlichen Wandel. „Viele Dinge, die uns schon länger ein Unwohlsein verursachten, schauen wir jetzt klarer an“, sagte der Theologe in seinem Bericht vor der Synode. „Manche Dinge, von denen wir dachten, die bräuchten noch Zeit bis zum Wandel, entschwinden jetzt rasant, wie beispielsweise die absurde Vielfliegerei.“ In den vergangenen Monaten sei danach gefragt worden, wo die Kirchen in Krisenzeiten seien. Mittlerweile werde ihr Einsatz, der von neuen Gottesdienstformaten bis hin zu außerschulischen „Lernräumen“ für benachteiligte Kinder reiche, aber zunehmend anerkannt. Hinter dem Ruf nach einem Engagement der Kirchen verberge sich zugleich ein Ruf nach Gott, erläuterte der Bischof.

• Kloster-Sanierung: Die hannoversche Landeskirche muss für die Grundsanierung des Klosters Loccum bei Nienburg tiefer in die Tasche greifen als zunächst angenommen. Die Kosten sind im Laufe der Jahre auf mehr als 33 Millionen Euro gestiegen, erläuterte der Vorsitzende des zentralen Landessynodalausschusses, Jörn Surborg. „Aber alle Kostensteigerungen waren jeweils konkret in der Situation begründet und nachvollziehbar“, betonte er. „Wir werden nach der endgültigen Fertigstellung von der Ausstattung und auch vom Ambiente her über eines der Top-Predigerseminare in Deutschland verfügen.“ Die Landeskirche lässt das 1163 gegründete Zisterzienserkloster, in dem heute angehende Pastoren ausgebildet werden, seit 2017 komplett sanieren, modernisieren und erweitern. (Mehr hier)

• Spar-Kurs: Nach Einnahmeausfällen in zweistelliger Millionenhöhe fährt die hannoversche Landeskirche ihren Haushalt für die beiden nächsten Jahre deutlich zurück. „Durch die Corona-Pandemie sind die Kirchensteuererträge massiv eingebrochen“, sagte Finanzchef Rolf Krämer. Allein 2020 fehlten rund 50 Millionen Euro – ein Minus von rund acht Prozent. Im nächsten Jahr werde die Landeskirche voraussichtlich etwa 30 Millionen Euro weniger einnehmen als bisher geplant, im übernächsten Jahr etwa 20 Millionen. Damit kommt sie laut Krämer noch glimpflich davon: Im Sommer waren für 2020 noch Kirchensteuer-Einbußen von 90 Millionen Euro befürchtet worden. (Hier mehr)

Rolf Krämer während der Synode Foto: Jens Schulze / Kirche Hannovers

• Kultur-Förderung: Die Kulturkirchen in der hannoverschen Landeskirche sollen weiter gefördert werden. Die große Mehrheit der Synode hat dafür gestimmt, das entsprechende Programm ab 2021 in der jetzigen Form für weitere vier Jahre bis 2026 fortzusetzen. „Was die Leistungen der Kulturkirchen angeht, gehen manche von ihnen über einen Projektstatus weit hinaus“, sagte die Synodale und Vorsitzende des Ausschusses für Kirchenmusik und Kultur, Marianne Gorka. „Was als Innovation begann, hat sich etabliert.“ Daher solle die Arbeit weiter verstetigt werden. Die Kulturkirchen seien Orte, die kirchliches Leben verdichteten und christlichen Glauben schärften, indem sie beides ins Gespräch brächten mit zeitgenössischer Kunst und Kultur. Die hannoversche Landeskirche unterstützt seit 2013 gemeinsam mit der Hanns-Lilje-Stiftung die Kulturarbeit in ausgewählten Kirchen.

• Klima-Schutz: Intensiver für den Klimaschutz will sich die Landeskirche Hannovers einsetzen. Bereits im Jahr 2015 hatte das Kirchenparlament ein umfassendes Klimaschutzkonzept beschlossen, das in der Folge schrittweise umgesetzt wurde und wird. Allerdings sei es noch ein weiter Weg zur klimaneutralen Kirche, sagte die Vorsitzende des synodalen Umwelt- und Bauausschusses, Bettina Siegmund. Um das gesetzte Klimaziel zu erreichen, seien eine deutliche Steigerung der bisherigen Anstrengungen und ein stärkeres strategisches Vorgehen notwendig. Unter anderem gehörten dazu regelmäßige Informationen und Schulungsangebote vonseiten der Landeskirche, hieß es im Bericht zur Umsetzung des Klimakonzeptes. (epd)

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