Der „Sieben Wochen Chor“

Sie singen sich durch die Fastenzeit

Statt zu verzichten, singen sie. In Hamburg probt ein Chor sieben Wochen lang. Am Karfreitag folgt der Höhepunkt: ein eigenes Konzert.

Der Chor probt bis zum Auftritt am Karfreitag

von Catharina Volkert

Hamburg. Das Weihnachtskonzert, das sie zusammen mit der Nachbargemeinde gestaltet hatte, lag gerade hinter Regine Schütz. In ihrem Chor herrschte eine Aufschwungstimmung. „Die wollte ich nutzen“, erinnert sich die Kirchemusikerin, „gemeinsam haben wir überlegt: Wie sprechen wir neue Leute an? Gibt es ein Projekt, das nicht zu anspruchsvoll ist – und in die Fastenzeit passt?“.
Fastenzeit und Chorprojekt – damit war die Idee geboren. Regine Schütz rief den „Sieben Wochen Chor“ ins Leben. Einmal in der Woche treffen sich rund 40 Freiwillige, um zu singen. 25 von ihnen kennt die Chorleiterin schon länger, sie gehören zur ständigen Chorarbeit der Kirchengemeinde in Altona. Doch die fünfzehn neuen übertrafen ihre Erwartungen. „Bei unserem ersten Treffen strömte es nur so. Wir sind sehr glücklich damit.“

Sänger müssen sich nicht lange binden

Viele der Sänger auf Zeit sind berufstätig. Ihnen kommt der Projektcharakter zu Gute, sie binden sich nicht langfristig. Andere sind bereits in Gospelchören verankert. Für sie seien die Werke des italienischen Komponisten „ein Upgrade“, so Schütz. Die Musikerin sieht im Chor in der Fastenzeit eine gute Möglichkeit, um die Kirchenmusik in der Gemeinde weiter zu stärken.
Die Fasten- und Passionszeit ist für viele Menschen ein Anlass, um über ihre Gewohnheiten nachzudenken. Auch der Sieben-Wochen-Chor verspricht neue Blickwinkel. „Ich glaube, dass Singen an sich Sinn macht“, sagt Regine Schütz, ich höre von so vielen, dass es ihnen gefällt, abends zu singen – auch, wenn es Arbeit bedeutet. Ich lege nämlich auch Wert auf Stimmbildung.“
Doch die besondere Zeit der Sieben Wochen Chor-Sänger unterscheidet sich von der traditionellen Fastenzeit. Sie endet früher. Der Sieben-Wochen-Chor hört schon Karfreitag auf – mit einem Konzert.
Info
Das Konzert „Pergolesi – Strabat mater und weitere Werke“ findet am Karfreitag, 25. März, um 15 Uhr in der St.-Petri-Kirche Altona (Schillerstraße 22) statt.

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