Sarah Oltmanns ist die neue NDR-Radiopastorin für MV

Sie bringt Gott ins Radio

Als ihr geliebter Vogel starb, begann sie, sich für Kirche zu interessieren. Jetzt ist Sarah Oltmanns die neue NDR-Radiopastorin für Mecklenburg-Vorpommern.

Pastorin Sarah Oltmanns am Radio-Mikro

von Hans-Joachim Kohl

Schwerin. Sarah Oltmanns kommt aus keiner „sehr christlichen Familie“, erzählt sie, „das heißt, ich hab nicht alles mit der Muttermilch bekommen, sondern war einfach eine interessierte Schülerin“. Irgendwann starb ihr geliebter Vogel Pieper. „Es war natürlich interessant für mich, von der Kirche eine Antwort auf die Frage zu erhalten: Was ist nach dem Tod?“ Mit elf Jahren ließ sie sich taufen auf eigenen Wunsch, war aktiv in der evangelischen Jugend und nicht mehr aus der Kirchengemeinde wegzudenken, erinnert sie sich. „Ich dachte mir, dann kann ich das ja auch beruflich machen. So habe ich Theologie studiert und bin auch tatsächlich Pastorin geworden.“

Nach dem Studium hat die gebürtige Oldenburgerin beim Evangelischen Kirchentag gearbeitet, als Assistentin im Kirchentagspastorat. „Das war natürlich eine großartige Gelegenheit für mich, weil ich anfing, Kirche in groß zu denken“, erzählt sie, „Ein Abendmahl mit 100.000 Leuten zu planen und nicht mit acht Menschen in einer kleinen Dorfkirche, das war schon interessant. Das war mein Start in das kirchliche Berufsleben.“

Aktiv als Kleindarstellerin

In Stade bei Hamburg hat Sarah Oltmanns in der Markusgemeinde ihr Vikariat absolviert. Wieder eine neue und interessante Arbeit, weil die Gemeinde nicht „hochkirchlich“ war, „sondern sehr sozialdiakonisch orientiert“, sagt sie. Nach ihrem ersten Gemeindedienst in Marschacht an der Elbe ging sie als Landesjugendpastorin in die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz – „eine Traumstelle“. Die Stelle war befristet. So legte sie ein Sabbatjahr ein und arbeitete selbstständig als Sprecherin in Hörspielen und Hörbüchern sowie bei Synchronisationen. Ihre Fortbildungen zum Sprechen bei der evangelischen Medienakademie ermöglichten ihr das. Auch war sie als Kleindarstellerin tätig, zum Beispiel sang sie als Taufgast im ZDF-Film „Ella Schöne“. Im ARD-Film „Der Feind“ spielte sie eine Richterin.

Das eine Jahr war eine harte Zeit für Sarah Oltmanns, auch weil die Corona-Pandemie genau in der Zeit zuschlug. „Aber ich habe es geschafft“, sagt sie, „ich möchte die Erfahrung nicht missen, und es hat mir sehr viel Freude bereitet“.

Sympathie fürs Land

Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern ist ihr nicht fremd. „Mit der evangelischen Jugend waren wir immer zelten“, erzählt sie, „wir waren überall von Graal-Müritz über Seenplatte, Rostock und Greifswald natürlich und in der Uckermark. Aus privaten Gründen war ich von Marschacht aus in Zarrenthin und kenne die Milchtankstelle in Wittenburg.“

Man spürt ihre Sympathie für Mecklenburg-Vorpommern: „Das Land ist ein Land, in dem man durchatmen kann, in dem man endlich der Lust der Augen folgen kann, weit zu sehen“, sagt sie, „man hat hier Weitblick, das genieße ich. Natürlich norddeutsche Menschen! Ich kann einfach Moin sagen, und ich werde verstanden, das ist einfach schön.“

Faszination Massenmedium

Die Theologin verantwortet künftig die evangelischen Morgenandachten auf NDR 1 Radio MV, produziert die Reihe „Christenmenschen“, moderiert den „Treffpunkt Kirche“ und organisiert Gottesdienstübertragungen auf NDR Info und dem Deutschlandfunk.

Die Faszination als Kirchenfrau im Massenmedium Radio zu sprechen, beschreibt Sarah Oltmanns so: „Wenn man als Pastorin in einer Kirchengemeinde arbeitet und sonntags predigt, dann hat man in der Regel Menschen vor sich, die wir als hoch verbunden bezeichnen. Das macht es relativ ‚einfach‘, zu ihnen zu sprechen und die Botschaft weiter zu geben.“ Das sei in einem Massenmedium wie dem Radio gänzlich anders. „Da die Botschaft, das Wort Gottes so zu übersetzen, dass man sich verständlich macht, ist eine Herausforderung. Vielleicht haben die Hörerinnen und Hörer ja Interesse an dem einen oder anderen Gedanken.“

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