St. Jakobi Lübeck

Schraube schuld am Zeiger-Absturz

Ein Gutachten hat Klarheit gebracht, warum die Zeiger aus 80 Metern heruntergestürzt sind. Jetzt braucht der Förderverein Spenden.

Joachim Glowe, Förderverein der historischen Bausubstanz von St. Jakobi, Pastor Lutz Jedeck und Jo Böcher, Vorsitzender des Fördervereins, mit einem der abmontierten Zeiger in der Kirche

Joachim Glowe, Förderverein der historischen Bausubstanz von St. Jakobi, Pastor Lutz Jedeck und Jo Böcher, Vorsitzender des Fördervereins, mit einem der abmontierten Zeiger (v.l.)

Lübeck. Klarheit über den Zeiger-Absturz in der Lübecker Altstadt: Im Februar dieses Jahres fiel ohne Vorwarnung einer der vier 25 Kilogramm schweren und rund 2,50 Meter großen Zeiger der Turmuhr von St. Jakobi aus 80 Metern Höhe auf den Gehweg. Jetzt gab die Kirchengemeinde bekannt, woran es lag. Die Materialprüfungsanstalt habe eine Schraube als „Schuldige“ ausgemacht, teilte die Gemeinde mit. Diese habe „ermüdungsbedingt versagt“.

Durch das Versagen hätten sich die Halbschalen der Verbindung zwischen Zeiger und Welle der Turmuhr geöffnet, heißt es in dem Gutachten. „Die mittig verbauten Schrauben waren dabei maximal bis auf die Welle angezogen beziehungsweise lediglich leicht in eine an der Welle vorhandene Durchgangsbohrung eingedreht.“ Nun soll ein neuer Zeiger nachgebaut und zusammen mit den anderen drei wieder an der Kirchturmuhr angebracht werden – mit einer neuen Halterungskonstruktion.

Minutenanzeiger fehlt

Um die Gesamtkosten von 23.000 Euro für die Analyse, Abnahme und Reparatur aufbringen zu können, bittet der Förderverein von St. Jakobi um Hilfe: „Ab einer Spendensumme von 200 Euro wird der Name des Spenders auf ein Schild graviert und am Zeiger befestigt“, sagt Jo Böcher, Vorsitzender des Fördervereins.

Anders als bei anderen Turmuhren hat der Jakobi-Turm nur jeweils einen Zeiger für seine vier Uhren. Einen Minutenzeiger gibt es nicht, weil die Jakobi-Uhr noch aus dem 17. Jahrhundert stammt und eine Minutenanzeige damals nicht üblich war. (epd)

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