Erste Digital-Synode der Nordkirche

Präses Hillmann sieht auch Erleichterungen

Es ist eine Premiere: Zum ersten Mal tagt das Parlament der Nordkirche rein digital. Das bietet laut Präses Hillmann viele Vorteile – soll aber nicht zur Regel werden.

von Thomas Morell

Kiel/Schwerin. Erstmals wird die Landessynode der Nordkirche corona-bedingt digital stattfinden. Synodenpräses Ulrike Hillmann sieht für die Zukunft gute Chancen, die Belastung der Synodalen durch digitale Tagungen zu verringern. Es könnten mehr Menschen für die kirchliche Gremienarbeit motiviert werden, wenn sie die Sitzungen auch von zu Hause aus verfolgen können, sagte sie dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dies gelte vor allem für jüngere Synodale. Zudem sei es kostengünstiger und klimaschonender. Digitale Synoden sollte es allerdings nur für einzelne Tage oder Abende geben. Als Regelfall wünsche sie sich „reale Synoden“.

Die Landessynode beginnt am Donnerstag um 16 Uhr mit einem digitalen Gottesdienst aus dem Schweriner Dom mit Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt. Themen bis Freitagabend sind die Gleichstellung, Wahlen für überregionale Gremien, eine Verschiebung der Gehaltserhöhung für Pastoren und der Bericht von Bischöfin Kirsten Fehrs. 146 der 156 Synodalen haben ihre Teilnahme bereits zugesagt.

Haushaltsdebatte verschoben

Die ursprünglich geplante Haushaltsdebatte für 2021 sei verschoben worden, weil die Nordkirche die neue Steuerschätzung abwarten wolle, sagte Hillmann. Die digitale Synode solle auch zeigen, ob eine solche grundsätzliche Diskussion in aller Breite im digitalen Raum geführt werden könne.

Leider nur ein Archivbild: Tagung der Nordkirchen-Synode in Travemünde Foto: John Garve / Nordkirche

Anders als in weltlichen Parlamenten steht bei einer Synode der gemeinsame Weg stärker im Vordergrund. Auch um diese Gemeinschaft zu fördern, werde die Landessynode neben dem Gottesdienst zwei digitale Andachten feiern, sagte die Präses. Es fehlten zwar diesmal die informellen Gespräche am Rande der Tagung. Viele Gremien hätten sich im Vorwege der Synode jedoch in Videokonferenzen und Chatrooms getroffen, um sich auszutauschen.

Tagungshaus geschlossen

Die Landessynode müsse stattfinden, so Hillmann, weil Wahlen in überregionale Kirchengremien anstehen. Eine reale Tagung in Lübeck-Travemünde wie sonst wäre auch deshalb nicht möglich gewesen, weil das Hotel Maritim als Tagungshaus nicht zur Verfügung steht. Über die Seite nordkirche.de wird ein Livestream der Tagung angeboten. (epd)

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