Synode

Nordkirche beschließt dauerhafte Partnerschaft mit Ohio

Schon zu DDR-Zeiten entstand der Austausch mit den Christen in den USA. Nach der Wende nahmen die Beziehungen Fahrt auf – und jetzt ist eine dauerhafte Partnerschaft gesichert.

Das passt: Die Nordkirche pflegt seit Jahrzehnten eine Partnerschaft mit Christen aus Ohio (USA)

von Thomas Morell und Julia Reiß

Schwerin/Columbus. Die Nordkirche wird die Partnerschaft mit der Süd-Ohio-Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika erneuern. Ein entsprechendes Kirchengesetz hat die Landessynode mit großer Mehrheit befürwortet. Die Partnerschaft begann bereits 1985 zu DDR-Zeiten. Der US-Pastor Larry Hoffsis aus Dayton (Ohio) konnte über ein Programm des Lutherischen Weltbundes den mecklenburgischen Pastor Hans Kasch in Pritzier bei Hagenow besuchen. Ihre persönliche Freundschaft bildete die Grundlage für die Kirchenpartnerschaft.

Nach der Wende belebte sich der Austausch. Delegationen der Kirchengemeinden besuchten sich regelmäßig. Weitere Themen waren Jugendarbeit, Kirchenmusik und Ökumene. 1999 wurde ein Partnerschaftsvertrag zwischen der Landeskirche Mecklenburg und der Süd-Ohio-Synode abgeschlossen. 2013 erneuerte die Nordkirche die Partnerschaft – allerdings befristet. Mit dem Kirchengesetz wird die Befristung jetzt aufgehoben. Für den Herbst 2022 ist der Besuch einer Delegation aus Ohio geplant.

Großer Schatz

Die weltweite Verbundenheit mit Christen in den Partnerkirchen sei ein großer Schatz der Nordkirche, sagte Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt. Gerade in Zeiten der Pandemie und des Klimawandels werde deutlich, wie wichtig weltweiter Austausch und Zusammenarbeit für Herausforderungen der Menschheit sind.

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt Foto: Marcelo Hernandez / Nordkirche

Die Diözese in Süd-Ohio hat 94.000 Gemeindeglieder in 207 Gemeinden. Sitz der Kirchenleitung ist Columbus, Hauptstadt des US-Bundesstaates. Bischöfin ist Reverend Suzanne C. Dillahunt. Derzeit hat die Nordkirche 15 Partnerschaftsverträge auf vier Kontinenten mit evangelisch-lutherischen Kirchen, der Anglikanischen Kirche und der Russisch-Orthodoxen Kirche.

Gottesdienst zum Auftakt

Die Synode begann mit einem digitalen Gottesdienst zum Thema Seefahrt. „Seeleute sind besonders von der Pandemie betroffen“, sagte Seemannspastor Matthias Ristau. Viele dürften auch nach monatelanger Arbeit nicht von Bord gehen. „Dabei ist Landgang wichtig.“ Viele Männer seien erschöpft, so Ristau. Der Gottesdienst wurde aus dem Seemannsclub Duckdalben im Hamburger Hafen und dem Seemanns Club Hollfast in Rostock gesendet.

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„Stellen Sie sich mal vor, Sie arbeiten in einer Firma mit 25 Kolleginnen und Kollegen, ein Gebäude mit einer kleinen Terrasse. Und Sie dürfen neun Monate lang nicht raus, höchstens auf die Terrasse“, beschrieb Ristau zur Veranschaulichung die Situation an Bord großer Frachtschiffe. Psychische Belastung mache Menschen auch anfälliger für Krankheiten. „Aber an Bord gibt es keinen Arzt und oft wird Seeleuten ihr Grundrecht verweigert, an Land ärztlich behandelt zu werden.“ (epd)

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