Ausstellung eröffnet

Niedersachsen zeigt „Gesichter der Religionen“

20 Gläubige porträtiert die Ausstellung „Religramme“ in Bild und Wort. Teilnehmer geben Einblicke in ihren Alltag.

Ein Gesicht der Religionen: Judit Marach entrollt die Tora in einer Synagoge in Hannover

Wolfsburg/Hannover. In Wolfsburg ist eine interaktive Wanderausstellung zur Vielfalt der Religionen in Niedersachsen eröffnet worden. "Die Ausstellung zeigt uns den Reichtum an Religionen und die Bereicherung durch Religionen", sagte Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) bei der Eröffnung. Die von der hannoverschen Landeskirche konzipierte Schau "#Religramme – Gesichter der Religionen" ist zunächst zum 9. Februar im Wolfsburger Rathaus zu sehen. Danach soll sie landesweit an 15 Orten gezeigt werden.
Insgesamt 20 Frauen und Männer aus 20 Religionsgemeinschaften werden auf Schautafeln mit Fotos und Interviews porträtiert. Darunter sind Jesiden, Christen, Muslime, Juden, Buddhisten und Hindus. Über das Foto-Netzwerk Instagram stellen die teilnehmenden Protagonisten zudem unter dem Hashtag "#Religramme" Fotos aus ihrem Alltag ins Internet. Ein begleitendes Buch informiere über die Hintergründe der Religionen.

Religionen unter Generalverdacht

Heiligenstadt betonte, die Ausstellung helfe Vorurteile zu überwinden in Zeiten, in denen Religionen auch unter Generalverdacht gerieten. "Das ist vielleicht noch nie so wichtig gewesen wie in diesen Zeiten, in denen die Menschen unterschiedlicher Kulturen nach Niedersachsen gekommen sind."
Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister bezeichnete die Ausstellung als eine Lehrstunde für Toleranz in Deutschland. Dazu gehöre auch, mit dem zu leben, was fremd sei und vielleicht fremd bleibe. "Die Wanderausstellung geht auf die Reise in einer Zeit, in der wir auf der Schwelle stehen, zu einer verschärfenden Diskussion um den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft."
Ausstellungsmacher Professor Wolfgang Reinbold von der hannoverschen Landeskirche zufolge ist Niedersachsen in den vergangenen Jahrzehnten zu einem multireligiösem und kulturell vielfältigem Land geworden. Viele religiöse Gemeinschaften seien auch die Folge von Migration.
An jedem Ausstellungsort soll ein Begleitprogramm mit den Religionsgemeinschaften vor Ort entwickelt werden. In Wolfsburg sind unter anderem Rundgänge mit der evangelischen Superintendentin Hanna Löhmannsröben, dem Rabbiner der orthodoxen jüdischen Gemeinde, Yakov Harety, und dem Geschäftsführer des Islamischen Kulturzentrums, Mohamed Ibrahim, geplant. Schirmherren sind der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und der evangelische Landesbischof Meister. (epd)

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