Inklusion in Niedersachsen

„Niedersachsen-Bild“ ziert die Staatskanzlei

Die Niedersächsische Staatskanzlei ist um einen Farbtupfer und ein besonderes Kunstwerk reicher. Ein großformatiges Bild zeigt niedersächsische Highlights.

Stephan Weil, niedersächsischer Ministerpräsident, freut sich über das Kunstwerk, das HaJo Teske (l.) und Patrick Premke überreichten.

Hildesheim/Hannover. Die Künstlergruppe "Die Wilderers" hat Ministerpräsident Stephan Weil jetzt eines ihrer Bilder überreicht. "Eine große Ehre, und Herr Weil war auch sehr sympathisch", resümiert Patrick Premke von dem Kollektiv geistig behinderter Künstlerinnen und Künstler.
Er hat das "Niedersachsen-Bild" zusammen mit Hans-Joachim "Ha.Jo." Teske und Silke Lüdecke gemalt. Zu sehen sind – unter anderem – die Michaeliskirche und das Synagogenmahnmal aus Hildesheim, die Ernst-August-Statue und die Herrenhäuser Orangerie aus Hannover, der Hundertwasser-Bahnhof von Uelzen und ein Haus der Kulturen für Menschen jeder Hautfarbe und Religion. Orte, mit denen die Gruppe sich verbunden fühlt, die für sie Niedersachsen ausmachen.

"Sehr gut gelungen"

Entstanden ist das Kunstwerk während der Ergebnispräsentation von "Inklusion in Niedersachsen". Die Wilderers vertraten dort die Bildende Kunst und gestalteten das kulturelle Rahmenprogramm mit. SPD-Politiker Weil war so angetan von der Kreation, dass er bei der anschließenden Versteigerung der Zuschlag bekam.
"Sehr gut gelungen", lobt Weil das fertige Gemälde. "Ein angemessenes Geschenk zum 70. Geburtstag des Landes Niedersachsen". An dem Bild sollen sich alle Mitarbeiter und Besucher der Staatskanzlei erfreuen. Bei der Übergabe hatte Ines Ney, kaufmännische Direktorin der Diakonie Himmelsthür, außerdem noch ein Präsent für den Minister. Er ist jetzt Besitzer des Buches "Molly und Wanda" von Silke Lüdecke. "Die Geschichte erinnert daran, seine Träume auch in schweren Zeiten nicht zu vergessen", erklärt Ney.

Außerordentliches Erlebnis

Dieses "Trostbuch" ist mit dem Unic-Design-Award ausgezeichnet, dem einzigen Preis im deutschsprachigen Raum, auf den sich Menschen mit und ohne Handicap gleichberechtigt bewerben können. "Ich finde, sie sollten das aber erst an Heiligabend aufmachen", lacht Künstler Premke.
Der Ausflug in die Landeshauptstadt und das Treffen mit dem Ministerpräsidenten war für die zwei Künstler – Lüdecke ließ sich erkrankt entschuldigen – selbstverständlich ein außerordentliches Erlebnis.
Aber die Wilderers haben ihre Arbeit bereits in der Vergangenheit über Hildesheims Landkreisgrenzen hinaus getragen. 2010 stellten sie im Niedersächsischen Landesmuseum aus, ein Bild von Premke hängt im Sozialministerium. Das Künstlerkollektiv, das aus acht Mitgliedern besteht, existiert seit 1997. (EZ)

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