+++ Newsticker zu Corona +++

Eilantrag gegen Gottesdienstverbot abgewiesen

Das Coronavirus stellt auch das kirchliche Leben auf den Kopf. Hier halten wir Sie immer auf dem Laufenden.

Freitag, 3. April
15:25 Uhr: Corona-Telefon in Osnabrück soll bei Sorgen helfen
Mit einer Telefon-Hotline will der evangelische Kirchenkreis Osnabrück angesichts der Corona-Pandemie sein Seelsorge-Angebot verstärken. Unter der Nummer 0541/58050299 könnten sich Anrufer ab diesem Montag, 6. April, ihre Sorgen „von der Seele reden“, sagt Superintendent Joachim Jeska. So wolle die Kirche dazu beitragen, dass sich die Menschen weniger einsam fühlten. Unter dem Motto „Corona-Gesprächszeit“ stehen ihnen Pastoren und Diakone täglich von 10 bis 12 Uhr und von 17 bis 19 Uhr zur Verfügung. Die Einschränkung der sozialen Kontakte in den Corona-Zeiten belaste Menschen in unterschiedlicher Weise, sagte Jeska. Die ausgebildeten Seelsorger des Kirchenkreises wollten deshalb telefonisch für diejenigen da sein, die jetzt Kontakt brauchten.

15:07 Uhr: Hamburger Bischöfin Fehrs dankt Gemeinden für Corona-Einsatz
Bischöfin Kirsten Fehrs hat den Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen für ihren enormen Einsatz, ihre Ideen und ihre Menschenliebe während der Corona-Krise gedankt. „Gottesdienste werden gestreamt, Konfirmandengruppen leisten Nachbarschaftshilfe, Kirchengemeinderäte sitzen in Videokonferenzen zusammen, Seniorenkreise bringen Telefondrähte zum Glühen“, heißt es in einem Brief. Internetpräsenzen seien plötzlich verlässlich aktuell und viele Gemeinden würden sich täglich um 12 Uhr am „Hoffnungsläuten“ beteiligen. Fehrs: „Wir sind mit anderen zusammen eine wichtige Stimme der Hoffnung.“

12:55 Uhr: Kirchenmusiker rufen zu Osterflashmob vom Balkon auf
Bundesweit soll nach den Vorstellungen von Kirchenmusikern am Ostersonntag, 12. April um 10:15 Uhr das Osterlied „Christ ist erstanden“ von Balkons, in Vorgärten und aus Fenstern erschallen. Angesichts der Corona-Krise sind Bläser, Sänger, Organisten und weitere Musiker eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen. Unter dem Motto „#osternvombalkon“ rufen dazu unter anderen das Posaunenwerk Hannover und der Evangelische Posaunendienst in Deutschland als Dachverband für bundesweit rund 117.000 Bläser, auf, wie das Posaunenwerk mitteilte.

9:16 Uhr: „Osterbotschaft angesichts Corona erst recht verbreiten“
Die stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, ist überzeugt, dass die biblische Osterbotschaft trotz der Einschränkungen durch die Coronakrise große Verbreitung finden wird. Es schmerze zwar, dass in diesem Jahr das Osterfest nicht wie üblich mit festlichen Gottesdiensten begangen werde könne, sagte die westfälische Präses dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Kirchen würden die österliche Botschaft vom Leben, das stärker sei als der Tod, aber dennoch „auf vielerlei Weise unter die Leute bringen“, erklärte die leitende Theologin von knapp 2,2 Millionen evangelischen Christen. „Gerade jetzt – und jetzt erst recht.“ In den ungewissen Zeiten der Corona-Pandemie kann die biblische Osterbotschaft nach Ansicht der westfälischen Präses wirklich trösten. Sie zaubere nicht alle Furcht, das Sterben und das Grauen weg, sondern sie breite sich im Gegenteil durch all dies hindurch aus, sagte sie.

Donnerstag, 2. April
17:45 Uhr: Kirchen laden zu gemeinsamem Glockengeläut ein
Alle katholischen und evangelischen Kirchengemeinden sollen am Ostersonntag gleichzeitig ihre Kirchenglocken läuten. Dazu haben die Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und die katholische Deutsche Bischofskonferenz aufgerufen. Schon am kommenden Sonntag, dem Palmsonntag, sollen die Kirchenglocken in Deutschland erstmals gemeinsam um 19.30 Uhr erklingen, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Das ökumenische Glockenläuten werde ein „Zeichen der Zuversicht in Zeiten der Corona-Pandemie“ setzen. Am Ostersonntag soll der konzertierte Glockenchor dann deutschlandweit um 12 Uhr zu hören sein. In den vergangenen Tagen hatte ein Austausch zwischen der Bischofskonferenz und den Bistümern sowie dem Kirchenamt der EKD und den 20 Landeskirchen stattgefunden, wie ein gemeinsames Osterläuten aussehen kann.

15:44 Uhr: Stader Pflegeheim beklagt Todesfall nach Corona-Infektion
In einem Altenpflegeheim in Stade bei Hamburg ist eine 78-jährige Bewohnerin gestorben, die mit dem Coronavirus infiziert war. Bei der Einrichtung handelt es sich um das diakonische Johannisheim, in dem zurzeit 118 Menschen leben und versorgt werden. Die Frau habe schwere Vorerkrankungen gehabt, sagte der Vorsitzende des Kuratoriums für das Heim, Claus Hinrichs, dem epd. Insgesamt gibt es den Angaben zufolge im Haus derzeit vier Menschen, die positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet wurden, drei Bewohner und eine Pflegekraft. Aktuell seien vier neue Verdachtsfälle dazugekommen, ergänzte Hinrichs. Das Haus habe einen Quarantäne-Bereich eingerichtet, in dem derzeit zehn Bewohner untergebracht seien.

13:45 Uhr: 22 Menschen in Flüchtlingsunterkunft mit Corona infiziert
In einer Flüchtlingsunterkunft im Landkreis Harburg haben sich 22 Personen mit dem Coronavirus infiziert. 21 Bewohner und ein Betreuer seien positiv getestet worden, sagte ein Kreissprecher in Winsen dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Die ganze Einrichtung steht unter Quarantäne.“ Die Bewohner dürften das Gebäude nicht mehr verlasen. Die Unterkunft bietet insgesamt Platz für rund 40 Flüchtlinge. Sie leben den Angaben zufolge teilweise in Einzelzimmern, andere müssten sich mit mehreren Personen ein Zimmer teilen. Alle Bewohner der Unterkunft seien entweder bereits auf das Virus getestet worden „oder die Tests laufen zurzeit“, sagte der Sprecher weiter. Es werde darauf geachtet, dass infizierte und nicht infizierte Bewohner räumlich voneinander getrennt würden, „so weit das möglich ist“. Der Sprecher wollte keine Angaben machen, in welchem Ort sich die Unterkunft befindet und wer sie betreibt.

12:38 Uhr: Ökumenischer Kirchentag in Pasewalk fällt aus
Der 4. Ökumenische Kirchentag Vorpommern (ÖKT) in Pasewalk am 6. Juni findet nicht statt. Die Corona-Pandemie lasse eine weitere Vorbereitung und Durchführung nicht zu, teilten Propst Andreas Haerter vom Pommerschen Kirchenkreis, Propst Frank Hoffmann von der Katholischen Kirche und Ökumenepastor Matthias Tuve mit. Zu gegebener Zeit werde darüber beraten, in welcher Form und wann ein Ökumenischer Kirchentag in Pasewalk in den kommenden Jahren gefeiert werden könne. Das Motto des Kirchentags lautete „Vor dir eine Tür“ und nahm Bezug auf das biblische Wort „Jesus Christus spricht: Siehe, ich habe vor Dir eine Tür aufgetan, und niemand kann sie schließen (Offenbarung 3,8).“

9:30 Uhr: Nordkirche startet digitale Kulturbörse
Die Nordkirche hat eine digitale Kulturbörse gestartet, um Kulturschaffende in der Corona-Krise zu unterstützen. Auf der Seite www.kulturhimmel.de können Kunst- und Kulturschaffende seit Mittwoch ihre Expertise anbieten, wie Luise Klafs, Studienleiterin für Kunst und Kirche, am Mittwoch mitteilte. Dafür stellen sie ihren Namen, ein Foto und ihr digitales Angebot auf dem Portal ein. Interessierte könnten dann dort eine Online-Kunstsession buchen, so Luise Klafs. „Das kann ein Online-Konzert, digitaler Gitarrenunterricht, eine Stunde Portraitzeichnen oder Gesangscoaching per Videokonferenz sein.“ Bewusst gehe es nicht um einen Nothilfefonds, „sondern um ein Angebot an Künstlerinnen und Künstler, durch das Medium der Kunst der Krise etwas entgegenzusetzen – mit Einfallsreichtum, Kreativität und Vernetzung.“ So könnten Kunst und Kultur „auch in diesen Zeiten vermittelt und regulär entlohnt werden“. Alle Künstler können ihre Angebote an info@kulturhimmel.de senden. Die zehn besten Vorschläge kreativ mit dieser Krise umzugehen, werden von der Nordkirche gekürt und finanziell unterstützt.

Mittwoch, 1. April
18:32 Uhr: Oldenburgische Kirche startet Hilfe-Portal
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg vermittelt über ein neues Internet-Portal unter der Überschrift „Kirche hilft!“ in der Corona-Krise Hilfen und Hilfsangebote. Unter www.kirche-oldenburg-hilft.de seien die Menschen aus dem Oldenburger Land eingeladen, sich gegenseitig real zu unterstützen und virtuell zu begegnen, teilte Kirchensprecher Dirk-Michael Grötzsch mit. Diese Art der Vernetzung und des Austausches sei gerade jetzt in diesen schwierigen Zeiten besonders wichtig, sagte Bischof Thomas Adomeit in einer Audio-Botschaft, die auf dem Online-Portal abrufbar ist. Die oldenburgische Kirche nehme die Suche vieler Menschen nach Hilfe wörtlich. Über das Portal könnten Hilfs-Angebote und -Gesuche eingestellt werden, hieß es. Hierzu gehörten zum Beispiel für Menschen einzukaufen oder Hilfestellungen beim Ausfüllen von Anträgen. Vielleicht werde auch jemand gesucht, der telefonisch die Zeitung vorliest oder den Hund ausführt.

15:51 Uhr: MV-Bischof besorgt wegen Flüchtlingslagern
Mecklenburg-Vorpommerns Bischof Tilman Jeremias und Diakoniepastor Paul Philipps sind besorgt über die Situation in den Flüchtlingslagern. „Seit Beginn der Corona-Krise sind wir stark fixiert auf die großen Herausforderungen in unserem eigenen Umfeld in der völlig ungeübten Situation“, heißt es in einem offenen Brief an die Kirchengemeinden im Land. Dabei würden leicht diejenigen vergessen, „die sich dieser weltweiten Bedrohung unter ungleich dramatischeren Bedingungen stellen müssen“. Es sei Aufgabe aller Christen der reichen Nordhalbkugel, „gerade auch jetzt bedrängte Menschen wie Geflüchtete nicht aus den Augen zu verlieren“, heißt es in dem Schreiben weiter. „Begleiten Sie das Engagement der Hilfskräfte vor Ort mit Ihren Gebeten und unterstützen Sie die Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe mit einer Spende.“

13:49 Uhr: „Hinz&Kunzt“ erscheint nur online
Das Hamburger Straßenmagazin „Hinz&Kunzt“ erscheint im April erstmals in seiner 26-jährigen Geschichte nur als Online-Ausgabe. Wer das Magazin herunterlädt, wird um eine Spende gebeten. Wie beim Straßenverkauf gehen 1,10 Euro an „Hinz&Kunzt“, jeder Cent darüber fließt in den Ende März eingerichteten Corona-Fonds. Kurz zuvor war der Straßenverkauf eingestellt worden, weil die meisten Verkäufer zur Risikogruppe gehören. Alle Spenden, die in den Fonds fließen, sollen unter den Verkäufern aufgeteilt werden. „Normalerweise sind die Hinz&Künztler und ihre Printausgabe unzertrennlich“, sagte Chefredakteurin Birgit Müller. Es gehe den Obdachlosen oder ehemals Obdachlosen beim Verkauf auch um Kontakt, gegenseitiges Interesse und Solidarität. Aber das Coronavirus habe „uns allen einen Strich durch die Rechnung gemacht“. Ziel sei es, jedem der 530 aktiven Verkäufer eine Überlebenshilfe von 100 Euro auszuzahlen.

11:20 Uhr: Meditationen mit der Hamburger „Kirche der Stille“
Die „Kirche der Stille“ in Hamburg-Altona bietet für die Corona-Zeit gemeinsame Meditationen an. Zen-, Kontemplations- oder Herzensgebetsgruppen, die sich sonst regelmäßig in der Kirche getroffen haben, können die Übungen zur gewohnten Zeit zu Hause fortführen, kündigte Pastorin Irmgard Nauck an. So würden etwa Tanzmeditationen auch über das Internet übertragen. Unter 040/43 64 15 oder pastorin.nauck@gemeinde-altona-ost.de informiert Pastorin Nauck, in welcher Weise die gemeinsame Meditation gestaltet wird.

9:12 Uhr: Verfahren gegen Pfarrer wegen Gruppengebet in Hannover
Wegen eines Gebets von mehreren Dutzend Gläubigen in einer Kirche in Hannover ist gegen einen Pfarrer ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden. Das bestätigte die Polizei in Hannover gegenüber dem Internetportal katholisch.de. In der Kirche der Polnischen Mission seien am Sonntag rund 30 bis 40 Personen zusammengekommen. Diese hätten beim Erscheinen der Polizei das Gotteshaus verlassen. Ihre Personalien seien nicht aufgenommen worden. Mit seinem Handeln hatte der Pfarrer gegen die Corona-Bestimmungen verstoßen, wonach Gruppenansammlungen verboten sind. Die Kirchen in der Region sind nur für einzelne Betende geöffnet. Pfarrer Tadeusz Kluba erklärte gegenüber der katholischen Zeitung „Die Tagespost“, die Kirche zwei Stunden für das private Gebet geöffnet zu haben. Dabei sei spontan der Rosenkranz gebetet worden. Ein Gottesdienst habe nicht stattgefunden. Es sei ihm nicht verständlich, dass Supermärkte öffnen und Straßenbahnen fahren, Menschen in Kirchen aber nicht beten dürften, so die Kritik des Pfarrers.

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