Kirche, Diakonie und Caritas rufen in Uelzen Themenjahr aus

Gemeinsam gegen Armut

Ab dem 17. Oktober, dem „Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut“, läuft in Uelzen ein Themenjahr zu Armut. Kirchengemeinden, Diakonie und Caritas rufen hierzu auf und planen etliche Aktionen.

Auch ein wärmendes Getränk bekommen Wohnungslose in der neuen Anlaufstelle

Foto: Rolf Zöllner / epd

von Hans-Christian Roestel

Uelzen. Armut hat viele Facetten, begegnet uns im täglichen Leben an vielen Orten, in Gestalt vieler Menschen. Ob es hierbei um finanzielle Armut geht, um fehlende soziale Zuwendung, oder das mangelnde Gespür für den Nächsten – Armut hat viele Gesichter. Über diese wird eher selten und ungern gesprochen, und doch gibt es sie auch in der Stadt und im Landkreis Uelzen. 

Dies wurde zum Anlass genommen, ein Themenjahr Armut auszurufen – und dies im Zeichen der Ökumene: „Die Wohlfahrtsverbände hier arbeiten gut zusammen“, erläutert Tanja Klomfass von der Kirchenkreissozialberatung vom Lebensraum Diakonie. Seit Jahrensbeginn ist dies der Zusammenschluss der vormals eigenständigen Regionalverbände der Diakonie in den Bereichen Lüneburg und Uelzen. Organisiert wird das „Jahr der Armut“ von Vertretern des Kirchenkreises Uelzen, der Kirchengemeinde St. Marien, des Lebensraums Diakonie und des Caritasverbandes für die Landkreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg. 

Die Statistik der Armut

Etwa 16 Prozent der Bevölkerung sind laut Statistik von Armut betroffen. „In Diskussionsrunden, Ausstellungen, Gottesdiensten und karitativen Projekten soll in den kommenden Monaten für das Thema sensibilisiert und Armut in ihren Facetten dargestellt werden“, sagt Klomfass. 

Es gehe hierbei um beide Seiten – das Leben in Armut zwischen Schuldgefühlen und Hemmungen Hilfe anzunehmen oder auch das fehlende Wissen um vorhandene Angebote auf der einen Seite und auf der anderen die Menschen, die eben immer etwas „schief schauen“, wenn sie mit Armut konfrontiert seien. 

Der Auftakt der Veranstaltungsreihe mit Landessuperintendent Dieter Rathing und Vertretern aus Stadt und Landkreis findet am „Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut“ statt: Interessierte sind eingeladen am Mittwoch, 17. Oktober, um 14 Uhr in die Heiligen-Geist-Kapelle nach Uelzen zu kommen. 

Nichts für Feiglinge

Die Projekte danach sind vielschichtig: Am Dienstag, 20. November, gibt es beispielsweise einen Infostand der Caritas-Schuldnerberatung zum Thema „Alt werden ist nichts für Feiglinge“ im „Mehrwertladen“ des Lebensraum Diakonie in Uelzen, Bahnhofstraße, Ecke Ringstraße. In der Weihnachtszeit ist die Kampagne unter anderem wahrnehmbar mit der „Wünschebaumaktion“ der Uelzener Kirchen, bei der bedürftige Familien im Fokus stehen.

Ab dem neuen Jahr steht eine große Ausstellung mit Fotos über Armut im Fokus – mit Bildern von Einsamkeit oder finanzieller Not. Diese soll auch in der Region wandern, Orte und Termine sind allerdings noch in der Planung, sagt Tanja Klomfass. Am Armutsthema ausgerichtete „Soziale Stadtführungen“, eine Aktionswoche zu Schuldnerberatung, ein Frühstückstreff für Alleinerziehende oder ein Schulranzenflohmarkt sind nur einige weitere Schwerpunkte des Aktionsjahre, das bis zum 17. Oktober 2019 dauert.

Info
Weitere Infos zum Themenjahr und den Terminen gibt es bei der Kirchenkreissozialarbeit Lebensraum Diakonie Uelzen, erreichbar unter Telefon 0581 / 97 18 95 20 oder per E-Mail an kksa.uelzen@lebensraum-diakonie.de.

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