Dobbertin

Ein Kloster feiert Jubiliäum

Vor fast 800 Jahren wurde es als Benediktiner-Mönchskloster gegründet, im kommenden Jahr feiert das Kloster Dobbertin Jubiläum. Dafür laufen die Vorbereitungen schon jetzt.

Das Kloster Dobbertin aus der Luft

Das Kloster Dobbertin aus der Luft Foto: Reindesign-sn / Fotolia

von Marion Wulf-Nixdorf

Dobbertin. „Alle 100 Jahre sollte man sich auf sich selbst besinnen und sich gleichzeitig fragen: Wie kann die Zukunft sein“, meint Hans Hopkes, Geschäftsführer des Diakoniewerks Kloster Dobbertin. Dort wird in gut anderthalb Jahren 800-jähriges Jubiläum gefeiert. Was als Benediktiner-Mönchskloster begann, wurde Nonnenkloster, eine Konsolfigur in der Klosterkirche erinnert daran, und dann rund 350 Jahre Damenstift. In dieser Zeit gab es häufig einen berühmten Gast: Theodor Fontane besuchte Mathilde von Rohr, die hier von 1869 bis 1889 als Konventualin lebte. Eine Ausstellung im Kloster erinnert daran. 

Zu DDR-Zeiten waren psychisch Kranke hier untergebracht – zum Teil unter menschenunwürdigen Bedingungen. Nach der friedlichen Revolution übernahm die Diakonie das Gelände. Heute leben und zum Teil arbeiten 270 Bewohner in den sanierten Gebäuden. Rund 25 Millionen Euro sind ins Kloster geflossen, sagt Geschäftsführer Hopkes. 

Beliebt bei Touristen

Eine Werkstatt wurde neu gebaut, Klosterladen, Kerzenladen und Second-Hand-Shop sind auf dem Gelände am See zu finden. Man kann Schiffstouren buchen, per Fahrrad unterwegs sein und zu Fuß. Das Klostergelände ist einladend für alle. Auch für einen Gemeindeausflug eignet sich das Kloster hervorragend. Denn auch Gastronomie ist auf dem Gelände vorhanden. 

30.000 Touristen kommen jährlich. Sonnabends werden öffentliche Führungen angeboten. Es gibt auch Audioguides, mit denen man sich durch das Gelände bewegen kann. 

Besuchermagnet ist die Klosterkirche, die bis zum Jubiläum auch im Innenraum saniert sein soll. Eine Besonderheit: Die Kirche gehört dem Land, alles andere der Diakonie. Das Land komme seit der Wende seinen Verpflichtungen zum Erhalt des Gebäudes in guter Weise nach,  so der Geschäftsführer. Auch eine Orgel will ein Freundeskreis einbauen lassen. Kosten: Rund 350.000 Euro. Der Termin der Orgelweihe soll der 13. September 2020 sein – am Deutschen Orgeltag. 

Ein Arbeitskreis aus Vertretern von Diakoniewerk, Kommune, Kirchengemeinde, Fontane-Förderkreis und einem Benediktiner aus dem Kloster Nütschau arbeiten an einem Jahresprogramm zum 800-jährigen Bestehen in 2020. Die Schirmherrschaft hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig übernommen. Weil es kein genaues Gründungsdatum gibt, wird am 21. März, dem St.-Benedikt-Tag, mit einem ökumenischen Gottesdienst das Jubeljahr eröffnet. „Der Termin steht schon im Kalender der neuen Nordkirchen-Landesbischöfin sowie des Erzbischofs von Hamburg“ sagt Martin Scriba. Viele Ereignisse, wie der Jahresempfang der Nordkirche am Reformationstag, die Jahrestagung der Gemeinschaft der Klosterstätten MV, der Arbeitsgemeinschaft für Mecklenburgische Kirchengeschichte, der Johannitertag, der Begegnungstag evangelischer und katholischer Theologen sind in Dobbertin geplant. Auch das Landeserntedankfest 2020 ist nach Dobbertin eingeladen. 

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