Fundraising-Kampagne startet

Neue Wege gehen

Fledermäuse erleben, Konzert genießen, als Baumeister tätig werden: Am Tag des offenen Denkmals startet die Bischofskanzlei des Schleswiger Doms mit einer neuen Kampagne.

Besondere Dom-Momente gefragt: Bischof Gothart Magaard, Fundraiserin Janna Pleines, Kirchenpädagogin Kirsten Buhmann und Pastor Michael Dübbers (v.l.) vor dem Brüggemann-Altar.

Besondere Dom-Momente gefragt: Bischof Gothart Magaard, Fundraiserin Janna Pleines, Kirchenpädagogin Kirsten Buhmann und Pastor Michael Dübbers (v.l.) vor dem Brüggemann-Altar.

von Thorge Rühmann

Schleswig. Immer, wenn der Mann aus Süddeutschland nach Schleswig fährt, besucht er dort den St.-Petri-Dom. Er setzt sich auf die Kirchenbank und schaut auf den Brüggemann-Altar. Mehr nicht – aber diese Pause ist für ihn eine Zeit der Besinnung, die er nicht missen möchte. Hier kommt er zur Ruhe. Geschichten wie diese, die von besonderen Gefühlen, Erinnerungen, Orten und Zeiten rund um den Dom handeln, will Gothart Magaard sammeln. Sie sollen die Menschen und das Gotteshaus miteinander verbinden – und sie bestenfalls motivieren, dessen Sanierung zu unterstützen.

Fundraising-Kampagne für Schleswiger Dom startet

Dazu hat die Bischofskanzlei eine Fundraising-Kampagne ins Leben gerufen, deren Auftakt am Sonntag, 8. September, mit dem Tag des offenen Denkmals zusammenfällt: Der Bischof lädt an diesem Tag gemeinsam mit der Kirchengemeinde Schleswig alle Interessierten ein, die große Kirche zu entdecken. Wer will, kann dann erzählen, was ihn mit dem Dom verbindet: Der Bischof und ein Team an Helfern stehen bereit, beantworten Fragen und nehmen Wünsche oder Ideen auf.

Der Tag soll Leben in das alte Kirchengemäuer bringen: Die Veranstalter erwarten bis zu 2000 Gäste. Magaard predigt im Gottesdienst um 10 Uhr, anschließend ist von 11.30 bis 19 Uhr ein vielfältiges Programm mit Aktionen zum Mitmachen, Führungen, Konzerten, Vorträgen und vielem mehr geplant. Wer will, kann etwa einem Restaurator bei der Arbeit zugucken oder selbst versuchen, aus Ziegelsteinen, ein kleines Gewölbe zu bauen. Eine Fahrt per Aufzug in den Dom-Turm wird stündlich verlost. Den Abschluss bildet eine Führung zu den Fledermäusen im Dom.

Menschen haben Spuren hinterlassen

Um möglichst viele Menschen auf die Domsanierung aufmerksam zu machen, verschickt die Bischofskanzlei rund 170 000 Einladungsbriefe: Empfänger sind alle volljährigen Kirchenmitglieder in den Kirchenkreisen Schleswig-Flensburg und Rendsburg-Eckernförde. Sie werden darin zum Tag des offenen Denkmals eingeladen, über den aktuellen Stand der Domsanierung informiert und zugleich um finanzielle Unterstützung dafür gebeten.

„Wir machen das in dieser Breite, weil der Dom eine landesweite Bedeutung hat“, sagte Magaard: „Es gibt keine Kirche, die die Geschichte des Herzogtums besser widerspiegelt.“ Über Jahrhunderte hätten Menschen im Dom durch Schenkungen Spuren der Veränderung hinterlassen. Die Geschichte des Doms sei dadurch Zeugnis eines großen, auch finanziellen Engagements vieler Menschen, so der Bischof. Fast alle Gegenstände der Innenraum-Ausstattung wurden gestiftet, so etwa das Taufbecken, die Kanzel aus dem 16. Jahrhundert, die großen Kronleuchter und der Brüggemann-Altar.

Im Mittelpunkt der Sanierung stehen 32 große Domfenster

Allein für deren aufwendige Restaurierung seien 750 000 Euro veranschlagt, so Magaard. Die mit bunten biblischen Motiven versehenen Fenster, die aus dem 19. Jahrhundert stammen, gelten als besonders kostbarer Teil des Doms. Nach getaner Arbeit sollen sie wieder in die Fassade eingefügt werden. Magaard: „Ich bin mir sicher, dass es ein großes Erlebnis wird, wenn die Fenster wieder eingebaut sind – dann wird der Dom in einem ganz neuen Licht erstrahlen.“

Man denke auch über Patenschaften für die Fenster nach. Die erwarteten Kosten für das gesamte Sanierungsprojekt belaufen sich auf rund 20 Millionen Euro. Ursprünglich waren 17 Millionen Euro veranschlagt worden – der Mehraufwand sei durch gestiegene Baukosten verursacht worden, so eine Sprecherin der Bischofskanzlei. Das Ende der Sanierung ist für das Jahr 2021 vorgesehen – spätestens zum Reformationstag 2021 soll alles fertig sein. „Es wird zügig daran gearbeitet, das Datum wird auch eingehalten“, verspricht der Bischof.

Weitere Informationen gibt es im Internet auf www.schleswiger-dom.de.

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