Erzbistum Hamburg

Neue Kontakte für Betroffene sexualisierter Gewalt

Im katholischen Erzbistum gibt es neue Ansprechpartner, die Betroffenen zur Verfügung stehen. Mit ihrer Hilfe soll das erlittene Unrecht dokumentiert werden.

Stephan Wallocha

Erzbischof Stefan Heße

Hamburg/Schwerin. Der Hamburger katholische Erzbischof Stefan Heße hat weitere unabhängige Ansprechpartner für Betroffene sexualisierter Gewalt in kirchlichen Einrichtungen des Erzbistums Hamburg ernannt. Der Schweriner Rechtsanwalt Eilert Dettmers, der Hamburger Familien- und Sozialtherapeut Michael Hansen und die Schweriner Psychologin Karin Niebergall-Sippel werden diese Aufgabe künftig übernehmen, teilt das Erzbistum mit. Der Lübecker Rechtsanwalt Frank-Eckhard Brand, der seit 2015 in dieser Funktion tätig ist, nimmt diese Aufgabe weiter wahr. Ausgeschieden aus diesem Amt ist dagegen Diplompsychologin Susanne Zemke, die ebenfalls seit 2015 tätig war.

Damit stehen Betroffenen im Erzbistum Hamburg künftig vier statt bisher zwei Ansprechpartner zur Verfügung. Den Angaben zufolge stehen sie in keinem Arbeits- oder Abhängigkeitsverhältnis zum Erzbistum Hamburg. Ihre Kontaktdaten sind hier zu finden.

Bistümer verpflichtet

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte jedes Bistum verpflichtet, unabhängige Ansprechpersonen zu berufen – als Teil der Aufarbeitung sexualisierter Übergriffe und Gewalt durch Mitarbeitende in der katholischen Kirche. Sie stehen Betroffenen zur Seite, damit individuell erlittenes Unrecht dokumentiert wird. Erstgespräche, Recherche und Plausibilitätsprüfung werden von ihnen organisiert. Ansprüche auf Hilfen wie etwa Übernahme von Therapiekosten, Anerkennungszahlungen und Rechtsbeistand werden unterstützt. Der Begriff „unabhängig“ bedeutet, dass die Ansprechpartner kirchlich nicht weisungsgebunden sind. (epd)

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