Synode der EKD tagt

Neue Gesichter für die evangelische Kirche gesucht

Ende dieser Woche kommt die neue Synode der EKD zusammen. Sie muss einen Weg finden, mit dem Mitgliederverlust umzugehen. Zuerst entscheidet sie aber über wichtige Personalien.

Schon im vergangenen November tagte die EKD-Synode digital, hier Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm

von Corinna Buschow

Hannover. Es wird ein digitales Kennenlernen für die neuen Kirchenparlamentarier. Von Donnerstag bis Samstag konstituiert sich die inzwischen 13. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die 128 Synodalen, darunter viele Neue in dem Gremium, können wegen der Corona-Pandemie nicht wie geplant in Bonn tagen, sondern nur per Videokonferenz. Erprobt darin ist das Kirchenparlament schon seit seiner Tagung im November vergangenen Jahres, die letzte der alten Synode, bei der sich die Teilnehmer kannten. In der neuen Zusammensetzung ist die Herausforderung größer, zumal wichtige inhaltliche und Personalentscheidungen anstehen, über die man auch in der Kirchenpolitik gern am Rande eines Tagungssaals verhandelt.

Zum Auftakt muss die Synode das siebenköpfige Präsidium neu wählen. Spannend wird dabei, wen das Kirchenparlament an die Spitze wählt. Die derzeitige Präses Irmgard Schwaetzer, frühere FDP-Bundesministerin, scheidet aus. Auch vor ihr übernahmen oft Politiker das Amt, das neben der oder dem EKD-Ratsvorsitzenden die evangelische Kirche nach außen repräsentiert.

Wer wird Präses?

In der aktuellen Synode haben erneut die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt, die schon einmal Präses war, und der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Hermann Gröhe (CDU) einen Platz. Neu in der Synode sind der frühere FDP-Bundestagsabgeordnete Stefan Ruppert und der Linken-Bundestagsabgeordnete Friedrich Straetmanns. Sie alle wurden vom Rat der EKD in die Synode berufen. Die frühere FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg zieht als gewählte Synodale der Berliner Landeskirche in das Gremium ein.

Irmgard Schwaetzer hört als Präses der EKD-Synode auf Foto: Norbert Neetz / epd

Die nächste spannende Personalie steht für die Synode auf der Tagung im Herbst an. Dann muss ein neuer Rat der EKD gewählt werden, und auch dort geht es um den Spitzenposten. Der aktuelle Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof in Bayern, hat bereits angekündigt, nicht wieder zu kandidieren.

Eine klare Favoritenrolle wird derzeit noch keinem Bischof oder einer Bischöfin zugeschrieben. Stellvertretende Ratsvorsitzende ist die westfälische Präses Annette Kurschus, die im November von ihrer Landeskirche für eine weitere Amtszeit bestätigt wurde. Mit ihren Bemühungen um die Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in der Kirche hat sich außerdem die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs profiliert, die ebenfalls bereits dem EKD-Rat angehört und im Juni für weitere zehn Jahre als Bischöfin in der Hansestadt wiedergewählt werden könnte.

Sparkurs programmiert

Seit der vergangenen Ratswahl 2015 sind aber auch neue Gesichter in Bischofsämter gekommen, die in den Rat und damit auch für den Vorsitz gewählt werden könnten, etwa der Bischof der mitteldeutschen Kirche, Friedrich Kramer, Nordkirchen-Bischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, der Berliner Bischof Christian Stäblein und der rheinische Präses Thorsten Latzel. Auch die Landeskirchen der Pfalz, in Bremen, Oldenburg, Sachsen und Kurhessen-Waldeck sowie die reformierte Kirche haben seitdem neue leitende Geistliche gewählt. Der Rat der EKD hat 15 Mitglieder, ein Sitz ist für den oder die Synodenpräses reserviert. Neben Theologen sind zudem Laien Mitglieder.

Inhaltlich wird es für die neue Synode in der bevorstehenden sechsjährigen Wahlperiode darum gehen, die Beschlüsse zur Zukunftsstrategie umzusetzen, die die Kirchenparlamentarier der Vorgängersynode verabschiedet haben. Angesichts des Mitgliederverlusts will sich die evangelische Kirche inhaltlich fokussieren und teilweise neu orientieren. Vor allem muss sie aber auch sparen. Die Synode beschloss im November, dass der Haushalt der EKD im Jahr 2030 insgesamt 17 Millionen Euro weniger Ausgaben umfassen soll als 2019.

Austausch zu digitalen Formaten

Die Synode hat maßgeblichen Einfluss darauf, wo der Rotstift angesetzt wird. Sie beschließt den Haushalt der EKD in der Regel auf der Novembertagung. Bei der konstituierenden Sitzung dürfte es also noch nicht ans Eingemachte gehen. Dort steht nach Angaben der EKD erst einmal auch das auf der Tagesordnung, was die Form des Treffens prägen wird: Es soll einen Austausch über digitale geistliche Formate und die Erfahrungen damit in der Pandemie geben. (epd)

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