Synode 2018 auf Synode beschlossen

Nordkirche bekommt mehr Geld

Das Parlament der Nordkirche freut sich über ein sattes Plus im Haushalt für 2018. Doch es drohen zusätzliche Ausgaben.

538 Millionen Euro nimmt die Nordkirche im kommenden Jahr ein, vor allem aus Kirchensteuern

538 Millionen Euro nimmt die Nordkirche im kommenden Jahr ein, vor allem aus Kirchensteuern Foto: epd

Lübeck-Travemünde. Finanziell geht es der Nordkirche gut. Für das kommende Jahr rechnet sie mit Einnahmen von 538 Millionen Euro, ein Plus von 14 Millionen Euro (4,4 Prozent) gegenüber 2017. Die Haushaltslage sei "mehr als zufriedenstellend", sagte der Vorsitzende des Finanzausschusses, Claus Möller, ehemaliger SPD-Finanzminister von Schleswig-Holstein, in Lübeck-Travemünde. Die Landessynode beschloss den Haushalt einstimmig mit einer Enthaltung.

Möller warnte jedoch vor zusätzlichen Ausgaben. So sei für geplante Investitionen auf der Domhalbinsel Ratzeburg und für das Archivwesen ein zweistelliger Millionenbetrag notwendig, der bislang nicht eingeplant sei. In ähnlicher Größenordnung lägen ungeklärte Nachforderungen für die Altersversorgung für Angestellte (VBL). Völlig offen seien mögliche Mindereinnahmen durch neue Steuergesetze der künftigen Bundesregierung.

Hamburgs Sonderrolle

Der größte Anteil der Einnahmen sind Kirchensteuern in Höhe von 494 Millionen Euro. Davon kommen 229 Millionen Euro aus Schleswig-Holstein, 213 Millionen aus Hamburg, 32 Millionen Euro aus Mecklenburg-Vorpommern und 20 Millionen Euro aus der Abgeltungssteuer. 29 Millionen Euro zahlen die Bundesländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern etwa zu gleichen Anteilen als Staatsleistungen an die Nordkirche. Hamburg zahlt nichts.

Rund 21 Millionen Euro zahlt die Nordkirche an die drei Bundesländer für den Einzug der Kirchensteuer. Während Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern drei Prozent von der Gesamtsumme erhalten, verlangt Hamburg vier Prozent. Über eine Reduzierung sei mit Hamburg bislang erfolglos verhandelt worden, beklagte Haushaltsdezernent Rüdiger Pomrehn.

Millionen für Hilfsprojekte

Mit 328 Millionen Euro gehen rund 80 Prozent der Einnahmen an die Kirchenkreise und Gemeinden, ein Plus von 20 Millionen Euro gegenüber 2017. Ein Drittel davon geht an die beiden Hamburger Kirchenkreise, rund 16 Prozent an die Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern. Am wenigsten bekommt der Kirchenkreis Dithmarschen mit 3,7 Prozent.

15 Millionen Euro erhält der Kirchliche Entwicklungsdienst für Hilfsprojekte in Asien, Afrika und Lateinamerika. Für Leitung und Verwaltung sind 33 Millionen Euro eingeplant.

Für die Altersversorgung der Pastoren und Kirchenbeamten werden 2018 insgesamt 82 Millionen Euro veranschlagt. In dem Sondervermögen zur Altersversorgung befindet sich mehr als eine Milliarde Euro. Damit werden 60 Prozent der Pensionslasten für ältere Pastoren bezahlt. Für jüngere Pastoren wird bei der Einstellung eine Alterssicherung ähnlich wie bei Angestellten abgeschlossen. (epd)

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