Gegacker im Garten

Beim Bischof sind die Hühner los

Am Rande von Hannovers Innenstadt gackert es seit einigen Monaten heftig: Landesbischof Ralf Meister hält ein Hühnerquartett in seinem Garten am Maschsee – wegen eines Schulprojekts seines Sohnes.

Landesbischof Ralf Meister mit seinen Hühnern im Garten der Bischofskanzlei

Landesbischof Ralf Meister mit seinen Hühnern im Garten der Bischofskanzlei Foto: Jens Schulze / epd

von Ulrike Millhahn

Hannover. Die uralte Frage nach der Henne und dem Ei bewegt Landesbischof Ralf Meister eher weniger, wenn er sich morgens sein Frühstücksei aus dem Garten seiner Kanzlei am Maschsee holt. "Ich freue mich einfach darüber, wie zutraulich die vier inzwischen geworden sind", sagt der 56-jährige Theologe und nimmt zum Beweis eine der Hennen auf den Arm. Sie gackert fröhlich vor sich hin. Als Sohn Tom in der elften Klasse eine Jahresarbeit zum Thema "Tierzucht und Tierwohl in Niedersachsen" anfertigen musste, entschied dieser sich für das Projekt Hühnerstall.

"Vom Entwurf bis zum Bau ist alles in Eigenregie entstanden", sagt der stolze Vater und gibt zu, dass sowohl er als auch Kanzleimitarbeiter Thorsten Bollmann mit Rat und Tat zur Seite standen: "Als der Stall dann fertig war, mussten eben auch Hühner rein." Das Quartett stammt vom Lehr- und Forschungsgut der Tierärztlichen Hochschule Hannover, und die Geflügelhaltung ist ordnungsgemäß registriert. "Wir sind richtig glücklich mit ihnen. Sie haben keinerlei Krankheiten, noch nicht einmal Milben, die so verbreitet sind." Drei bis vier Eier legen sie pro Tag, und die ganze Familie kennt sich inzwischen mit Hühneraufzucht bestens aus.

Ein geheimer Name

Während die beiden Braunen noch inkognito zwischen den Grashalmen picken, waren für die zwei anderen schnell Namen gefunden. Khaled heißt die eine schneeweiße Henne - benannt nach einem Bekannten von Tochter Lotta aus ihrem Austauschjahr in Palästina. Und Schneeweiß Nummer zwei hört auf den Namen einer Tante. Weil es aber eine Bischöfin gibt, die genauso heißt, bleibt dieser ein Familiengeheimnis.

Im Bischofsgarten am Rand der Innenstadt fühlen Tiere sich schon lange wohl. Meisters Vorvorgänger, der heutige Abt zu Loccum Horst Hirschler, brachte einst seine Dackelhündin Luccy – mit zwei "c" wie in Loccum – mit und Vorgängerin Margot Käßmann erst Retriever-Hündin Lisa und später den Schäferhund-Husky-Mischling Ole. Dazu kamen noch die Hasen, Meerschweinchen und Hamster der vier Töchter. Heute leistet der kleine weiße Bischofshund Mäxchen der Hühnerschar Gesellschaft. Er ist ein Coton de Tuléar, eine Hunderasse aus Madagaskar. (epd)

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