Wahl des Kirchenparlaments

Ulrike Hillmann neue Präses der Nordkirchen-Synode

Das Kirchenparlament der Nordkirche hat auf seiner konstituierenden Synode in Travemünde die Richterin Ulrike Hillmann zur neuen Präses gewählt.

Ulrike Hillmann aus Bad Segeberg wurde zur neuen Präses der Landessynode gewählt.

Ulrike Hillmann aus Bad Segeberg wurde zur neuen Präses der Landessynode gewählt. Foto: epd/Nordkirche

Lübeck-Travemünde. Das Kirchenparlament der Nordkirche wird künftig von einer Frau geleitet. Die Landessynode wählte in Lübeck-Travemünde die Richterin Ulrike Hillmann (65) aus Bad Segeberg zur neuen Präses. Sie erhielt im ersten Wahlgang 96 Stimmen der 147 anwesenden Synodalen. Ihr Gegenkandidat, der ehemalige Präses und Grünen-Landtagsabgeordnete Andreas Tietze (56), bekam 49 Stimmen. Es gab eine Enthaltung, ein Stimme war ungültig.

Richterin mit ehrenamtlichen Engagement

Hillmann ist seit 2010 Präsidentin des Landgerichts Kiel und seit 2008 Richterin am Schleswig-Holsteinischen Landesverfassungsgericht. Zuvor war sie an verschiedenen Gerichten in Schleswig-Holstein tätig. Sie wird Ende Januar 2019 in den Ruhestand treten, bleibt aber Richterin am Landesverfassungsgericht. Sie war bereits stellvertretende Vorsitzende der Nordelbischen Synode. Für ihr ehrenamtliches Engagement wurde sie 2013 mit der Bugenhagen-Medaille ausgezeichnet, der höchsten Auszeichnung der Nordkirche.

Hillmann sei Schlichterin und Entscheiderin

Hillmann habe reiche Erfahrung "als Schlichterin und Entscheiderin", sagte der Synodale Kai Greve bei der Begründung des Wahlvorschlags. Sie könne Debatten leiten und - wo nötig - auch befrieden. Ihr Wirken sei geprägt von Sachlichkeit, Toleranz, Gelassenheit und Empathie. "Sie hat den weiten Blick auf unsere Kirche und ihre Zukunft."

Zukunft der Familien steht für Hillmann im Mittelpunkt der Synodenarbeit

Ihr Gottvertrauen habe sie durch schwierige Zeiten in Beruf und Privatleben getragen, sagte Hillmann bei ihrer Vorstellung. Schwerpunkte der künftigen Synodenarbeit seien die Zukunft der Familien und der Rückgang bei den Kirchenmitgliedern und Pastoren. "Wichtige Themen brauchen Zeit und Raum."
Als gesellschaftliche Herausforderungen der Zukunft nannte Hillmann den Klimawandel, die Digitalisierung, die Migration sowie die zunehmende Verrohung von Gesellschaft und Politik. Überlegt werden sollte auch, ob statt eines Hotels wie in Travemünde künftig ein kirchliches Haus für die Synodentagungen genutzt werden sollte. (epd)

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