NS-Zeit

Sonderbriefmarke für die Lübecker Märtyrer vorgestellt

Die Geistlichen würden daran erinnern, was Märtyrer eigentlich seien, sagte Bischöfin Fehrs. Auch Polit-Prominenz war bei der Präsentation dabei.

Bischöfin Kirsten Fehrs mit Bettina Hagedorn, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, das die Briefmarke herausgibt

Bischöfin Kirsten Fehrs mit Bettina Hagedorn, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, das die Briefmarke herausgibt Foto: Ralf Adloff / Erzbistum Hamburg

Lübeck. Während einer Feierstunde im Lübecker Rathaus ist die neue 70-Cent-Sonderbriefmarke vorgestellt worden, die an den 75. Jahrestag der Hinrichtung der Lübecker Märtyrer erinnert. Die vier Geistlichen hätten in Zeiten des Nationalsozialismus Zivilcourage gezeigt und gegen die menschenverachtenden Methoden im Dritten Reich aufbegehrt, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Es sei daher richtig und wichtig, die Lübecker Märtyrer bundesweit mit einer Briefmarke zu ehren. Sie kommt am Donnerstag, 11. Oktober, in den Handel. 

Die neue Briefmarke sei ein Geschenk, sagte der katholische Erzbischof Stefan Heße. Er würde sie gern all den Männern und Frauen widmen, die in den vergangenen 75 Jahren das Gedenken erhalten haben. "Ohne sie wären die vier Geistlichen vermutlich nicht mehr als eine Notiz in den Kirchen- und Geschichtsbüchern." 

Seligsprechung und Ehrung

Die vier Lübecker Geistlichen erinnerten daran, was Märtyrer eigentlich seien, sagte die evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs. Bei Selbstmordanschlägen etwa werde in den Medien immer wieder von "Märtyrern" gesprochen. Fehrs: "Ein Märtyrer ist doch einer, der wegen seines Glaubens Gewalt erleidet – und nicht um seines Glaubens Willen Gewalt ausübt."  

Die drei katholischen Kapläne Johannes Prassek, Hermann Lange und Eduard Müller sowie der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink waren am 10. November 1943 hingerichtet worden, nachdem sie in Predigten und Gesprächen die Verbrechen des Nationalsozialismus angeprangert hatten. Die Kapläne wurden am 25. Juni 2011 seliggesprochen und Stellbrink zugleich geehrt. (epd)

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