Landessynode startet in ihre zweite Amtszeit

Neues Kirchenparlament ist jünger und weiblicher

Für das Kirchenparlament der Nordkirche beginnt die zweite Legislaturperiode. Die neue Landessynode ist weiblicher und jünger. Mehr als die Hälfte der Mitglieder sind neu dabei.

Plenum der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). (Symbolbild)

Plenum der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). (Symbolbild) Foto: epd-bild / Norbert Neetz

Von Thomas Morell

Lübeck-Travemünde. Es ist ein Parlament eigener Art, das sich regelmäßig im Travemünder Hotel Maritim trifft: Es gibt weder Parteien noch Fraktionen. Die 156 Delegierten sitzen nach dem Alphabet geordnet. Konstant war in der Vorgängersynode vor allem der Wechsel: Es gab kaum eine Sitzung, in der nicht ein neues Mitglied verpflichtet wurde.

Fast die Hälfte sind Frauen im Kirchenparlament

Entsandt werden die Synodalen nach einem fein abgestimmten System, das alle Regionen, Berufsgruppen und Organisationen der Nordkirche berücksichtigt. Die Mehrheit stellen mit 95 Vertretern die ehrenamtlich Engagierten, 61 sind Pastoren oder kirchliche Angestellte. Gegenüber der vorangegangenen Landesynode ist die neue wesentlich weiblicher: Lag der Frauenanteil zuvor bei 30 Prozent, so sind es jetzt 42 Prozent. Auch jünger wurde das Kirchenparlament: Vor sechs Jahren betrug das Durchschnittsalter 59 Jahre, jetzt liegt es bei 50 Jahren. 92 Synodale sind erstmals dabei.

Viele Ehrenamtliche stammen aus Schleswig-Holstein

Als prominentester Politiker ist Schleswig-Holsteins Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) von der Kirchenleitung in die Synode berufen worden. Zum Ausgleich berief sie auch die Hamburger SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ksenija Bekeris. Die schleswig-holsteinischen Landtagsabgeordneten Beate Raudies (SPD) und Andreas Tietze (Grüne) wurden von ihren Kirchenkreisen gewählt. Tietze will für das Amt des Präses kandidieren. Ob weitere Kandidaten nominiert werden, ist noch offen. Der frühere Kieler Finanzminister Claus Möller (SPD) ist nicht mehr dabei.
Ein auf der kirchlichen Bühne bekanntes Gesicht aus Mecklenburg-Vorpommern ist die Greifswalder Pädagogin Elke König. Sie ist nicht nur Präses der pommerschen Kirchenkreissynode und bisherige Vizepräses der Nordkirchensynode, sondern auch Vizepräses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Auch einige "Paradiesvögel" unter den Neu-Synodalen

Ein vergleichsweise prominenter Neu-Synodaler ist Matthias Isecke-Vogelsang. Als der bekennende Punker mit seinen bunt gefärbten Haaren Schulleiter in Lübeck wurde, war ihm die Aufmerksamkeit der Medien sicher. Inzwischen ist er im Ruhestand. Auch der Süldorfer Pastor Steffen Paar wurde überregional bekannt, als er unter dem Motto "Rent a Pastor" kostenlose Haus- und Gartenarbeit anbot. Einzige Bedingung war ein Glaubensgespräch. Insgesamt 13 Professoren zählt die neue Synode, von denen die meisten als Universitätsprofessoren tätig sind - Vertreter der Theologischen Fakultäten mitgerechnet. Verhältnismäßig hoch ist auch der Anteil der Pröpste. Fünf haben ihre Propstei in Schleswig-Holstein, zwei in Hamburg und einer in Mecklenburg-Vorpommern. Auch für medizinische Notfälle ist die neue Landessynode gewappnet: Drei Synodale sind Ärzte. (epd)

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