Rede auf Empfang

Ministerpräsident Günther will mit Kirchen zusammenarbeiten

Beim katholischen Sommerfest nennt der CDU-Politiker Beispiele aus dem Koalitionsvertrag – von Schulbildung bis Sonntagsöffnung.

Daniel Günther

Daniel Günther Foto: Laurence Chaperon

Kiel. Schleswig-Holsteins neuer Ministerpräsident Daniel Günther hat eine enge Zusammenarbeit mit den beiden großen Kirchen angekündigt. "Mir liegt die gute Zusammenarbeit mit den Kirchen sehr am Herzen", sagte der CDU-Politiker auf dem Sommerfest des katholischen Erzbischöflichen Amtes in Kiel. Günter nannte den konfessionsgebundenen Religionsunterricht und die Bäderregelung.

Im Koalitionsvertrag haben CDU, FDP und Grüne festgeschrieben, dass sie den den konfessionsgebundenen Religionsunterricht an den Schulen erhalten wollen. Bei der Sonntagsöffnungszeit heißt es: "Wir werden mit den Akteuren (Kirchen, Gewerkschaften, Verbänden und Kammern) die Frage der weiteren Flexibilisierung der Sonntagsöffnungszeiten erörtern." Im Jahr 2013 hatten sich Land, Kirchen, Tourismus und Gewerkschaften geeinigt, die täglichen Öffnungszeiten in Küstenorten an Sonntagen von acht auf sechs Stunden zu verringern und die Saison zu verkürzen.

Kampf für Gottesbezug

Günther verwies darauf, dass er seit vielen Jahrzehnten der erste bekennende katholische Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein sei. In seiner Amtszeit werde das zehnjährige Jubiläum des Staatsvertrags zwischen dem Land Schleswig-Holstein und dem Heiligen Stuhl gefeiert. Im Januar 2019 jährt sich der Tag zum zehnten Mal. Mitte Januar 2009 hatten der damalige Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) und der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset, den Staatsvertrag unterzeichnet.

Günther erinnerte weiter daran, dass die CDU gemeinsam mit den Religionsgemeinschaften in Schleswig-Holstein für einen Gottesbezug in der Landeserfassung gekämpft hatte. "Der interreligiöse Dialog wird mir auch in meinem neuen Amt ein Herzensanliegen bleiben", betonte er. Die Aufnahme eines Gottesbezugs in die Präambel der Schleswig-Holsteinischen Landesverfassung war im Juli 2016 an nur einer Stimme im Kieler Landtag gescheitert. Die CDU-Fraktion hatte sich geschlossen für einen Gottesbezug eingesetzt.

Auf dem Jahresempfang sprach die Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland beim Heiligen Stuhl in Rom, Annette Schavan, zum Thema "Die Kunst des Politischen, römische Perspektiven". Eingeladen hatte der Erzbischof von Hamburg, Stefan Heße. In Schleswig-Holstein leben rund 180.000 römisch-katholische Kirchenmitglieder. Das sind etwa sechs Prozent der Gesamtbevölkerung. (epd)

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