Norderstedt bei Hamburg

Kirchengemeinde baut Wohnungen für arme Senioren

Vier alleinstehende alte Menschen sollen in dem Neubau unterkommen – ein im Norden einmaliges Projekt.

So sollen die Wohnungen in Norderstedt aussehen

So sollen die Wohnungen in Norderstedt aussehen Foto: Privat

Norderstedt. Die evangelische Emmaus-Kirchengemeinde in Norderstedt will ein Zeichen gegen Altersarmut setzen. Neben der Paul-Gerhardt-Kirche baut sie in diesem Jahr vier Wohnungen für alleinstehende Senioren, die auf dem angespannten Immobilienmarkt keine für sie bezahlbare Unterkunft finden. "In Zeiten zunehmender Altersarmut hoffen wir, dass unser Projekt viele Nachahmer findet", sagte Projektleiter Rolf Beyer bei der Vorstellung des Bauvorhabens.

Die Kosten von rund 320.000 Euro sollen aus dem "Sozialen Wohnraumförderprogramm des Landes Schleswig-Holstein" von der Investitionsbank finanziert werden. Die 700 Quadratmeter große zu bebauende Fläche gehört der Gemeinde. Die Baugenehmigung hat die Stadt Norderstedt bereits erteilt. Lediglich der offizielle Bescheid der Investitionsbank steht noch aus. Mit dem rechnet Beyer bis Ende April und hofft auf einen Baubeginn Mitte Mai. Ende Oktober sollen die vier 1,5-Zimmer-Wohnungen im Bungalow-Stil mit je etwa 29 Quadratmeter Grundfläche fertig sein. 

Ein Vorbild für andere Kirchengemeinden

Mit dem Projekt lehnt sich die Kirchengemeinde an die so genannten Katenwohnungen an, die in bereits bestehenden Nachbargebäuden der Schlosskirche in Ahrensburg für bedürftige Senioren entstanden sind. "Ein Neubau, wie wir ihn vorhaben, ist bislang im Norden einmalig. Wir wollen zeigen, dass sich das auch andere Kirchengemeinden leisten können", sagt Beyer. 

Die Stadt Norderstedt habe den Projektverantwortlichen bestätigt, dass der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum für alleinstehende Senioren groß ist, so Beyer. Acht Interessenten gebe es schon. Dabei habe die Kirchengemeinde noch keine offizielle Werbung gemacht. Weil es sich um öffentliche Fördermittel handelt, die bei dem Projekt verbaut werden, entscheidet die Stadt über die Vergabe der Wohnungen. Die Kirchengemeinde kann aber Bedürftige vorschlagen. Künftige Mieter müssen nicht Mitglied in der evangelischen Kirche sein.

Die Warm-Miete pro Wohnung beträgt etwa 280 Euro und liegt damit unter der Mietrahmenhöchstgrenze der Sozialhilfesätze (circa 430 Euro). Für die Innenausstattung der Wohnungen ist noch ein Restbetrag von rund 18.000 Euro zu finanzieren. Dazu bittet die Kirchengemeinde um Spenden. Für eine Spende von 10 Euro gibt es einen Ziegelstein im Mini-Format als symbolisches Dankeschön. (epd)

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