Abbau für Sanierung in Schleswig

Die Dom-Glocken sind verstummt

Eine Spezialfirma musste anrücken, um die fünf Glocken herabzulassen. Drei Jahre lang werden sie nun nicht erklingen.

Arbeiter lassen die Glocke herab

Arbeiter lassen die Glocke herab Foto: Inke Pohl

Schleswig. Nun läuten sie vorläufig nicht mehr: Die fünf Glocken des St. Petri-Doms in Schleswig sind von einer Spezialfirma vollständig herabgelassen worden. Sie mussten Platz machen für die anstehende Turmsanierung. "Wir sind natürlich etwas wehmütig, aber jetzt erst einmal erleichtert, dass alle Glocken heil herunter gekommen sind", sagte Pastor Andreas Hamann, der in der Schleswiger Bischofskanzlei für die Koordination der Sanierung zuständig ist. 

Die mehr als neun Tonnen schweren Domglocken werden nun eingelagert und voraussichtlich erst in drei Jahren wieder aufgehängt, wenn die Sanierung abgeschlossen ist. Nach Meinung der Experten sind alle Glocken in gutem Zustand. Die "Marienglocke" von 1396 und die "Kleine Herrenglocke" aus dem Jahr 1397 sind mit Abstand die ältesten. Die meisten Kirchenglocken wurden während der Weltkriege eingeschmolzen, um aus der flüssigen Bronze Geschütze herzustellen. Deshalb sind die drei anderen Glocken wesentlich jüngeren Datums, sie wurden erst in den 1950er- und 1960er-Jahren gegossen.

Sanierung kostet 17,3 Millionen Euro

Die Sanierung des 112 Meter hohen Turms des Schleswiger Doms ist laut Gutachten dringend nötig. Schon kurz nach Fertigstellung des Turms 1894 waren erste Schäden aufgetreten. Bei einer Sanierung nach dem Zweiten Weltkrieg wurden frostanfällige Ziegel und ungeeigneter Mörtel verwendet. Regenwasser drang ein, durch die Feuchtigkeit im Innenraum sind Kunstwerke und die große Orgel gefährdet. 

17,3 Millionen Euro soll die Sanierung insgesamt kosten, die neben Baumaßnahmen am Turm auch die Erneuerung der Westfassade und der Fenster mit einschließt. Hinzu kommen barrierefreie Zugänge und eine bessere Beleuchtung für das Kirchenschiff. Die Kosten tragen die Bundesregierung (8,65 Millionen Euro), das Land Schleswig-Holstein (4,1 Millionen Euro), die Nordkirche, der Kirchenkreis Schleswig-Flensburg und die Kirchengemeinde Schleswig. (epd)

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