Zwei Wahlgänge erfolglos

Oldenburg muss auf neuen Bischof warten

Zweimal gingen die Synodalen an die Wahlurne – und zweimal kam nicht die erforderliche Mehrheit zustande. Jetzt muss das Kirchenparlament nachsitzen.

Die Synodalen gaben an der Wahlurne ihre Stimme ab

Die Synodalen gaben an der Wahlurne ihre Stimme ab Foto: Jens Schulze / epd

Oldenburg. Die 58 anwesenden Synodalen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg haben sich auch im zweiten Wahlgang am Sonnabend auf keinen neuen Bischof geeinigt. Der Vertreter im Bischofsamt, Thomas Adomeit (48), erhielt 34 Stimmen. Im ersten Wahlgang hatten 26 Synodale für ihn gestimmt. Sein Gegenkandidat, der Hallenser Propst Johann Schneider (54), bekam im zweiten Anlauf 22 Stimmen, im ersten konnte er noch 32 auf sich vereinen. Zwei Synodale enthielten sich der Stimme. Damit verfehlten beide Kandidaten die nötige Drei-Viertel-Mehrheit von 44 Stimmen.

Nach der Kirchenordnung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg darf ein dritter Wahlgang erst nach einer Woche, also am Sonnabend, 29. September, erfolgen. Dann genügt die Mehrheit aller Delegierten. Das sind 31 Stimmen. Ein vierter Wahlgang ist nicht vorgesehen. Sollte sich das Kirchenparlament am kommenden Sonnabend erneut für keinen der beiden Kandidaten entscheiden, muss der synodale Wahlausschuss nach neuen Bewerbern suchen.

Zwei Kandidaten

Johann Schneider ist seit 2012 Regionalbischof des Propstsprengels Halle-Wittenberg in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Er wurde im siebenbürgischen Mediasch (Rumänien) geboren und absolvierte zunächst eine Lehre als Werkzeugmacher. 1985 übersiedelte er mit seiner Familie dann nach Würzburg. Er studierte Theologie in Neuendettelsau, Tübingen, München, Erlangen und Rom. Bevor er nach Halle wechselte, war Schneider zunächst Pfarrer und Dozent in Erlangen und danach beim Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie beim Lutherischen Weltbund tätig.

Adomeit (48) wurde nach dem überraschenden Rücktritt von Bischof Jan Janssen im November 2017 im vergangenen Februar zum Oberkirchenrat und Vertreter im Bischofsamt der oldenburgischen Kirche ernannt. Nach seinem Vikariat in Oldenburg war Adomeit 2004 Beauftragter für den Oldenburger Landeskirchentag "Mehr Himmel auf Erden". Danach übernahm er bis 2007 eine Pfarrstelle in Bad Zwischenahn. Anschließend leitete er die Akademie der oldenburgischen Kirche. Von 2009 an war Adomeit persönlicher Referent des damaligen Bischofs Janssen. (epd)

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