Sigurd Rink

Militärbischof: "Haben neuen Kalten Krieg in Europa"

Der Konflikt in der Ostukraine belaste die Soldaten vor Ort, sagt der Theologe Sigurd Rink.

Militärbischof Sigurd Rink

Militärbischof Sigurd Rink Foto: Norbert Neetz / epd

Frankfurt a.M./Berlin. Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink befürwortet eine bedeutendere Rolle Deutschlands bei internationalen UN-Missionen. "Mit Blick auf Deutschlands Größe und Wirtschaftskraft sind wir in den UN-Einsätzen noch weit unterrepräsentiert", sagte Rink dem "JS-Magazin – Die Evangelische Zeitschrift für junge Soldaten" in Frankfurt am Main. 

Wo schwerste Menschenrechtsverletzungen oder gar Völkermord verübt würden, "hat die internationale Schutzgemeinschaft die Pflicht einzugreifen", betonte Rink. Zwar sei der Bundeswehreinsatz in Mali sehr teuer. Dennoch leiste Deutschland "dort einen kleinen, bescheidenen Beitrag im Rahmen der Blauhelmmission".

Zu Besuch im Kaukasus

Wegen des Konflikts in der Ostukraine sei der Krieg näher gerückt, sagte Rink. "Wir haben nun einen neuen Kalten Krieg in Europa." Was sich auf der Krim zugetragen habe, beschäftige die Menschen vor allem in Litauen, Polen und Lettland. "Das merkt man den Soldaten dort an, auch den deutschen Soldaten vor Ort", erklärte er. 

Die Menschen in Russland hätten indes kein Interesse an Krieg, sagte Rink, der im Sommer den Kaukasus besucht hat. "Die wollen in Frieden leben und ihre Kinder groß werden sehen." Nach seiner Reise habe er ein positiveres Bild von der russischen Gesellschaft gehabt, sagte Rink, der unter anderem einen deutschen Soldatenfriedhof besuchte. (epd)

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