Delmenhorster Stadtkirche

Die Nägel – ein Symbol für das Leid

Das Kunstwerk, das von der Decke hängt, wirkt überdimensional auf die Betrachter, die ihre eigenen Interpretationen finden sollen.

Überdimensional: die Nägel in der Kirche

Überdimensional: die Nägel in der Kirche

von Bärbel Romey
Delmenhorst. „Nägel spitzen die theologische Grundaussage unserer Stadtkirche zu“, vermittelte  Pfarrer Thomas Meyer seine persönliche Interpretation und verknüpfte die Wirkung mit der großen Dreifaltigkeitssäule im Altarraum. Gewaltig, massiv und sehr schwer wirken die drei Meter hohen Nägel vor und hinter dem Altar in der Delmenhorster Stadtkirche, auch wenn sie aus einer leichten Metall-Papier-Acryllaminatkonstruktion bestehen.

Meyer eröffnete die Ausstellung „Drei Nägel“ am vergangenen Freitagabend, in Anwesenheit des Künstlers Hartmut Wiesner. Er stellte die Arbeit und den Maler und Bildhauer vor: Studium in Hamburg und Stockholm, Promotion in den Ländern Schweden, Kamerun und Togo, Dozentur für Kunst und Didaktik an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg. Wiesner realisierte zahlreiche Ausstellungen weltweit, die er immer wieder mit modernen Elementen verknüpfte.

Ein Nagel stand Modell

„Ein rostiger Nagel stand Modell“, Meyer assoziierte, dass Nägel zur Festigung und Stärkung stünden, als Notnagel auch Hilfe in der Not seien, wir den Nagel auf den Kopf träfen, dass Nägel aber auch weh tun und verletzen könnten. Drei Nägel stünden für die Kreuzigung Jesu. Darstellungen am Kreuz zeigten vier, wie auch drei Nägel, mit denen Christus ans Kreuz geschlagen wurde.
Für den Künstler ist sein Skulpturenensemble ein Kreuzigungsmotiv, bestehend aus diesen drei überdimensionalen Nägeln, das nicht ausschließlich als Symbol auf den Tod Jesu hinweisen sollte, sondern auch auf das Leid, das Menschen sich täglich antun.

„Drei Nägel sind gehängt und das ist sehr beeindruckend“, sagte Pfarrer Meyer und erklärte, dass die Hängung gezielt in diese Zeit gelegt worden sei. „Zu etlichen Veranstaltungen kommen in den nächsten Wochen viele Menschen in die Stadtkirche, die diese Darstellung auf sich wirken lassen und eigene Antworten dazu finden können.“

„Unsere Stadtkirche war schon immer ein zentraler Ort der Kultur,“ bekräftigt der Pfarrer, „das verbindet sich mit der christlichen Botschaft und ist immer eine besondere Verantwortung.“

Ralf Mühlbrandt begleitete die Eröffnung musikalisch an der Orgel. Das Skulpturenensemble „Drei Nägel“ wird noch bis zum 19. November in der Kirche zur Heiligen Dreifaltigkeit gehängt bleiben.

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