Oldenburgische Kirche verabschiedet ehemaligen Bischof Jan Janssen

Das "Gesicht der Kirche" geht

Mehr als 400 Besucher haben Jan Janssen aus seinem Amt als Bischof in Oldenburg verabschiedet. Der bedankte sich für das Miteinander mit einem besonderen Vergleich.

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung (li.), mit Jan Janssen

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung (li.), mit Jan Janssen Foto: Axel Biewer / ELKiO

Oldenburg. Pfarrer Jan Janssen (54) ist offiziell aus dem Bischofsamt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg verabschiedet worden. Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, würdigte Janssen als einen Menschen, der in seinem Bischofsamt gelebt habe, "dass die Kirche keine Kirche nur der Pastorinnen und Pastoren" sei und stets den Dialog gesucht habe. Jung kam als Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Zu dem Festgottesdienst in der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche waren mehr als 400 Gäste eingeladen.

Janssen bedankte sich in seiner Predigt für das Miteinander in seiner Amtszeit. Er habe noch keine Engel mit Flügeln gesehen, sagte der Pfarrer, "aber viele mit menschlichen Gesichtern. Ja, ich durfte viele von ihnen treffen". Diese Engel hätten ihn begleitet und unterstützt im gemeinsamen Dienst.

Sondersynode sucht Nachfolger

Janssen hatte im November seinen Verzicht auf das Bischofsamt erklärt und nach gut neun Jahren die Verantwortung in diesem Leitungsamt abgegeben. Im Herbst übernimmt er die Stationsleitung der Deutschen Seemannsmission im niederländischen Rotterdam. Jung betonte, es sei ein Rücktritt ohne konkreten Anlass gewesen. "Ohne eine krisenhafte Entwicklung im Hintergrund. Ich weiß, dass Jan Janssen diesen Schritt sorgfältig erwogen und geprüft hat."

Noch bis Ende Januar war Janssen selbst mit der Vertretung im Bischofsamt beauftragt. Diese Aufgabe hat nun Oberkirchenrat Thomas Adomeit (47) übernommen, der zuvor acht Jahre lang Janssens persönlicher Referent und Leiter des Bischofsbüros war. Seine Amtszeit als Oberkirchenrat ist befristet bis zum Amtsantritt einer neuen Bischöfin oder eines neuen Bischofs, längstens aber auf zwei Jahre. In der zweiten Jahreshälfte soll eine Sondersynode über Janssens Nachfolge entscheiden.

Auch die Politik dankt

In einem Grußwort dankte auch Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) Janssen für sein Engagement. Er habe den besonderen Charakter des Oldenburgischen in Niedersachsen stets betont und habe dabei dennoch Zusammenarbeit angestrebt. "Sie haben auf kirchenpolitischer Ebene die Eigenständigkeit, das Selbstbewusstsein und gleichzeitig die Kooperationsbereitschaft Ihrer Kirche unterstrichen."

Weitere Grußworte überbrachten der katholische Weihbischof Wilfried Theising aus Vechta und Synodenpräsidentin Sabine Blütchen. Theising erinnerte an die seit 52 Jahren gelebte und auch unter Janssen stets gepflegte Ökumene im Oldenburger Land. Blütchen dankte Janssen und nannte ihn "das Gesicht dieser Kirche", dass die Oldenburger nun ziehen lassen müssten. Zur oldenburgischen Kirche gehören zwischen der Nordseeinsel Wangerooge im Norden und den Dammer Bergen im Süden 116 Gemeinden mit etwa 424.000 Mitgliedern. (epd)

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