Splitter zur Tagung der Kirchenparlaments

Was auf der Synode der Nordkirche wichtig war

Nicht nur über den neuen Bischof für MV hat die Synode entschieden. Die Kirchenparlamentarier mussten sich auch mit Pastorenschwund und anderen Themen beschäftigen. Unser Überblick.

Abstimmung auf der Synode

Abstimmung auf der Synode Foto: Nordkirche

• Der Mecklenburger Ökumene-Pastor Tilman Jeremias wird neuer Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern. Der 52-Jährige hat im ersten Wahlgang exakt die erforderlichen 79 Stimmen der Synode der Nordkirche erhalten. Sein Mitbewerber, der Dresdner Superintendent Christian Behr (58), bekam 64 Stimmen. Die Wahl sei ein "großer Vertrauensvorschuss" der Synodalen, sagt Jeremias unmittelbar nach seiner Wahl. Als Bischof wolle er zum weiteren Zusammenwachsen der beiden Landesteile Mecklenburg und Vorpommern beitragen, gleichzeitig die "Stimme des Ostens" innerhalb der Nordkirche sein. Mehr dazu hier.

• Zum Ende seiner Amtszeit hat Landesbischof Gerhard Ulrich die Nordkirche dazu aufgerufen, mit jenen Menschen im Dialog zu bleiben, "die nicht zu uns gehören". "Dafür muss Kirche aus sich herauskommen, nicht ganz dicht sein", sagte Ulrich. Kirche solle an fremde Orte gehen, "auf Marktplätze, in Fabrikhallen, in Theater, Kinos und Messehallen". Kirche dürfe nicht aufhören zu reden und "sich einzumischen, teilzunehmen am gesellschaftlichen Dialog, ihre unverwechselbare Stimme einzubringen in all die Unsicherheit und Angst hinein". Dazu gehöre auch, über den Verlust an Bedeutung von Religion und Kirche in dieser Gesellschaft zu reden. Mehr dazu hier.

• Die scheidenden Bischöfe in Mecklenburg-Vorpommern, Andreas von Maltzahn (Schwerin) und Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald), haben zu christlichem Engagement im Gemeinwesen ermuntert. Der öffentliche Raum könne noch mutiger bespielt werden, sagte Maltzahn in seinem letzten Bericht vor der Synode. Abromeit sagte, Relevanz hänge nicht von Zahlen ab. Beide Bischöfe scheiden in diesem Jahr aus dem Amt. Mehr dazu hier.

In erster Lesung hat die Nordkirche einem Gesetz zugestimmt, das den Dienst von Diakonen und Gemeindepädagogen vereinheitlicht. Das Kirchengesetz schaffe damit ein gemeinsames Regelwerk für das aus den Traditionen der ehemaligen drei Landeskirchen hervorgegangene Aufgabenfeld, sagte der Wismarer Propst Markus Antonioli. Die Rechtsverhältnisse der Diakone und Gemeindepädagogen richteten sich bisher nach den Bestimmungen der ehemaligen Landeskirchen Nordelbien, Mecklenburg und Pommern, die in 2012 zur Nordkirche fusionierten. Das Gesetz wahre spezifische Unterschiede und Traditionen der einstigen Landeskirchen in Ost und West, so Antonioli. 

• Um dem drohenden Pastorenschwund zu begegnen, will die Nordkirche neue Wege gehen. Die Landessynode stimmte in erster Lesung einem Gesetz über die Steuerung der Anzahl der Pastorinnen und Pastoren zu. Mit dem Gesetz solle verhindert werden, dass bei der flächendeckenden Pfarrstellenversorgung "weiße Flecken" entstehen, sagte der Hamburger Propst Karl-Heinrich Melzer. Hintergrund ist die allgemeine demografische Entwicklung in der Gesellschaft: Die Nordkirche rechnet damit, dass von den rund 1.700 Pastoren bis zum Jahr 2030 etwa 900 in den Ruhestand treten und im Gegenzug 300 neu eingestellt werden. Laut Pastorenanzahlsteuerungsgesetz dürfen künftig Kirchenkreise, Hauptbereiche und Landeskirche Pfarrstellen nur dann ausschreiben und besetzen, wenn sie besonders viele Pastoren durch Eintritt in den Ruhestand verlieren.

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