Hannoversche Landessynode

Kirche fördert Projekte in Afrika

Auf Beschluss der Synode fließt ein Milliionenbetrag. Besonders Binnenflüchtlinge sollen profitieren.

Projekte für Binnenflüchtlinge werden von der Synode gefördert

Projekte für Binnenflüchtlinge werden von der Synode gefördert Foto: Klaus Petrus / epd

Hannover/Hermannsburg/Pretoria. Die hannoversche Landeskirche will in den kommenden beiden Jahren mit insgesamt knapp einer Million Euro Binnenflüchtlinge auf dem afrikanischen Kontinent unterstützen. Das Geld sei in den Doppelhaushalt eingestellt worden, sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Mission und Ökumene, Ottomar Fricke, vor der Landessynode. Auf Beschluss der Synode hatte die Landeskirche bereits zuvor rund 1,2 Millionen Euro für fünf Projekte zur Verfügung gestellt, die das Evangelisch-lutherische Missionswerk in Niedersachsen gemeinsam mit afrikanischen Partnerkirchen entwickelt hat.

Die zwischen 2015 und dem laufenden Jahr begonnenen Initiativen hätten bereits viel bewirkt, sagte Fricke – auch durch die Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort. "Die Menschen brauchen die Chance, nicht weiter fliehen zu müssen." Dafür sei das Engagement der Pastorin Rosalie Madika in Südafrika beispielhaft. Die Pastorin, die selbst 2013 aus dem Kongo geflüchtet ist, setzt sich in Pretoria für afrikanische Binnenflüchtlinge ein.

Sprache ist eine Hürde

Wie Madika kommen die meisten von ihnen aus französischsprachigen Ländern. Schon die Sprache ist für sie eine Hürde. "Ich helfe ihnen, die richtigen Dokumente zu bekommen", sagte die Pastorin in einem Videobeitrag. Auch Lebensmittel, Kleidung, eine Wohnung, versuche sie zu vermitteln. Madika war zu der Tagung der Landessynode eingeladen, weil sie jedoch keinen südafrikanischen Pass hat, konnte sie Fricke zufolge nicht ausreisen.

In Pretoria hat die einst von deutschen Einwanderern gegründete Kirche deshalb gemeinsam mit dem Hermannsburger Missionswerk 2017 die Beratungsstelle von Madika gegründet. 165.000 Euro hat die hannoversche Landeskirche dafür bis 2020 bereitgestellt. Die Pastorin betreut mittlerweile fast 600 Geflüchtete aus dem Kongo, Ruanda, Uganda und Tansania und bietet ihnen mit französischsprachigen Gottesdiensten ein Stück Heimat. "Alle City-Kirchen in den Metropolen Südafrikas sind inzwischen Anlaufstellen für Geflüchtete", sagte Bischof Müller.

Madika ist Fricke zufolge ein Beispiel dafür, was Menschen erreichen können, wenn sie Unterstützung bekommen. Sie war im Kongo verhaftet und mit ihrer Tochter ins Gefängnis gesteckt worden. Nach zwei Wochen kamen sie ohne Angaben von Gründen frei. Drei Monate dauerte es, bis sie nach Südafrika gelangte. Von Mann und Tochter, die zur selben Zeit flüchteten, war sie anderthalb Jahre getrennt. Mit ihrer neuen Aufgabe habe sie eine Zukunft gefunden, sagte Fricke. (epd)

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