Geschenk des Altkanzlers

Ex-Justizministerin will im Streit um "Reformationsfenster" schlichten

Altkanzler Schröder will der Marktkirche ein besonderes Fenster schenken, doch der Erbe des Architekten wehrt sich. Jetzt wird nach einer Lösung gesucht.

Kichenvorstand Reinhard Scheibe (v.l.), Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann und Stadtsuperintendent Hans- Martin Heinemann

Kichenvorstand Reinhard Scheibe (v.l.), Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann und Stadtsuperintendent Hans- Martin Heinemann Foto: Harald Koch / epd

Hannover. Im Streit um das "Reformationsfenster" für die Marktkirche wird es ein Mediationsverfahren geben. Es wird moderiert von der früheren Justizministerin Niedersachsens, Antje Niewisch-Lennartz (Grüne). Der Kirchenvorstand habe diesem Vorschlag des Präsidenten des niedersächsischen Staatsgerichtshofes, Herwig van Nieuwland, zugestimmt, teilte der evangelisch-lutherische Stadtkirchenverband mit. Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hat das Fenster angeregt.

Der Erbe des Architekten Dieter Oesterlen (1911-1994), Georg Bissen, hatte Widerspruch gegen das 13 Meter hohe Buntglasfenster des Künstlers Markus Lüpertz angemeldet, das Schröder (74) der evangelischen Kirche schenken will. Bissen hält das geplante Fenster für nicht vereinbar mit dem architektonischen Konzept seines Stiefvaters. Der in Tokio lebende Rechtsanwalt verwaltet die Urheberrechte an der Neugestaltung der Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg durch Oesterlen.

Symbol des Bösen

Der Entwurf von Markus Lüpertz (77), einem Freund Schröders, setzt sich in zahlreichen Symbolen mit dem Leben und Werk des Reformators Martin Luther (1483-1546) auseinander. Für kontroverse Diskussionen sorgen dabei vor allem fünf Fliegen als Symbol des Bösen und der Vergänglichkeit. Der Denkmalschutz hat dem Einbau des Kunstwerks unter Auflagen bereits zugestimmt.

Altkanzler Schröder hatte im Frühjahr angekündigt, er wolle der Marktkirche als Ehrenbürger von Hannover das Fenster schenken. Allein die Kosten für Material, Herstellung und Einbau werden auf rund 100.000 Euro geschätzt. Zur Finanzierung will Schröder Vortragshonorare von Verbänden und Unternehmen in Deutschland weitergeben. (epd)

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