Wahl in Hamburg

Pastor aus Rom wird Hauptpastor an St. Petri

Die Hauptkirche in der Hamburger Innenstadt hat einen neuen Hauptpastor: Jens-Martin Kruse ist bislang Pastor der evangelischen Gemeinde in Rom – und hatte dort schon einen prominenten Gast.

Ulrike Murmann gratuliert dem neuen Hauptpastor Jens-Martin Kruse

Ulrike Murmann gratuliert dem neuen Hauptpastor Jens-Martin Kruse Foto: Kirchenkreis Hamburg-Ost

Hamburg. Jens-Martin Kruse, Gemeindepastor der evangelischen Gemeinde in Rom, wird neuer Hauptpastor an der Hamburger City-Hauptkirche St. Petri in der Mönckebergstraße. Die Synode des Kirchenkreises Hamburg-Ost hat den 48-jährige Theologen im ersten Wahlgang mit 94 Stimmen gewählt. 78 Stimmen wären notwendig gewesen. 35 Synodale stimmten dagegen. Kruse war einziger Kandidat. Er ist seit 2008 in Rom tätig. Bereits sein Vater Wilfried Kruse war von 1998 bis 2002 Hauptpastor an St. Petri.

Kruse ist Nachfolger von Hauptpastorin Martina Severin-Kaiser werden, die am 8. Juli 2016 im Alter von 57 Jahren überraschend gestorben war. Anfang Juli war seine Wahl im ersten Anlauf gescheitert, weil die Synode nicht beschlussfähig war.

Papst Franziskus zu Gast

Kruse ist in Buchholz in der Nordheide und Hamburg aufgewachsen. Nach seinem Theologie-Studium in Hamburg und Wien promovierte er über die Anfänge der Reformation. Danach war er Gemeindepastor in Quickborn-Hasloh bei Hamburg. Seine Amtszeit in Rom wäre 2018 ausgelaufen. Prominentester Gast in seiner Gemeinde war im November 2015 Papst Franziskus.

Er wolle in der St. Petri-Gemeinde neue Impulse für gesellschaftliche Debatten setzen, sagte Kruse bei seiner Vorstellung. Der Kirche werde die Fähigkeit zum Dialog zugetraut. Die Sprachfähigkeit in unterschiedlichen Milieus sei ein wichtiger Beitrag für die Menschen in Hamburg. Dazu zählten Kontakte zum Rathaus, zur Wirtschaft und zur Kultur. Es brauche aber auch Courage, um die Anliegen der Schwachen und Benachteiligten einzubringen. Er bedankte sich nach der Wahl mit einem erleichterten "Grazie mille".

Pröpstin Ulrike Murmann erinnerte an den schwierigen Vorlauf der Wahl. Nach einer erfolglosen ersten Auswahl habe der Wahlausschuss in einer zweiten Runde zwei Kandidaten präsentiert. Einer sei jedoch vom Gemeinderat der Hauptkirche St. Petri abgelehnt worden. Kruse habe eine Liebe zur Kirchenmusik und zur lutherischen Messe. Er suche Kontakt zu unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen. Murmann erinnerte außerdem an Kruses Hilfsprojekt in Rom für afrikanische Flüchtlinge. (epd)

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